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aber doch auf der Tennistour nicht getan? „Ich versuch' schon, Tennis sehr ernsthaft zu betreiben, auch wenn mich viele mehr als Spaßvogel sehen, denn ich bin ehrgeizig und zielstrebig, aber dabei nicht verbissen."
Und wie läuft es privat? „Man sieht doch", so der Achtundzwanzigjährige, „ich bin ein Familienmensch und genieße es sehr, mit meiner Frau und kleinen Tochter Kimi-Sophia, die mich richtig euphorisiert, hier zu sein. Es war eine tolle Entscheidung vor drei Jahren, als wir gedacht haben, es wäre schön eine kleine Familie mit Nachwuchs zu haben. Und jetzt ist Kimi da." Der Doppelspezialist versucht die beiden auch immer einmal zu besonderen Turnieren mitzunehmen. Auch als Dank an Maria, die ihn immer unterstützt, alles organisiert und jetzt ja auch die Hauptarbeit mit der Kleinen hat.
Manchmal, wenn ein Turnier nach dem anderen folgt, Tennis zur Last wird und er mal keine Tennisbälle mehr sehen will, nimmt Kas sich eine Auszeit. Aber nur für eine Woche und nur so dreimal im Jahr. „Ich mach' das wirklich ganz bewusst und nicht aus Faulheit, sondern um meinen Kopf frei zu kriegen und um körperlich und geistig wieder Reserven frei zu setzen." Ein Freund seines Vaters, der Biathlontrainer der schwedischen Nationalmannschaft Wolfgang Pichler, hat ihm auch klar gemacht, man dürfe den Regenerationsprozess im Training nicht vernachlässigen und müsse nebenher Ausgleichssportarten machen.
Kein Problem für Kas. „Im Winter zu Hause bei meinen Eltern", erzählt der Ex-Chiemgauer, „spiel' ich früh morgens Tennis, um danach gleich Ski zu fahren. Für mich ist Skifahren oder Fußballspielen Spaß in Verbindung mit Fitnesstraining. Das setzt bei mir geistige Kapazitäten frei, damit ich mich nicht in ein Loch trainiere, und körperlich profitiere ich auch dabei."
Zufrieden, entspannt, freundlich und aufgeschlossen, der Mann neben mir auf der Couch in der Lobby des Gerry Weber Sportpark Hotels. Und als Sabine, die Schwester von Tommy Haas mit ihren beiden Kids vorbeikam, hat Kas den beiden gewunken - wie junge, stolze Papas das eben so machen. Der für den Blau-Weiß Halle in der Tennis- Bundesliga spielende Kas sagte noch, bevor wir uns verabschieden: „Meine Frau fühlt sich mit Kimi hier pudelwohl und das färbt auch auf mich ab, da muss man doch gut spielen." Und wirklich, Christopher Kas und Philipp Petzschner, mit einer Wildcard beim Rasenturnier in Halle dabei, haben erst im Halbfinale der Gerry Weber Open gegen die späteren Turniersieger verloren.
Eberhard Pino Mueller
publiziert: September 2008 DTZ - Tennisbibliothek TAKEOFF-PRESS
Christopher Kas - Facts & Infos Geburtstag, Geburtsort: 13. Juni 1980 / Trostberg Größe, Gewicht 187 cm / 79 kg Coach: Marko Seidensticker Doppel-Weltrangliste : beste Platzierung 27, aktuell 31 Doppel-Titel: 18 Challenger, 1 ATP Tour ( 5 Finale ) Doppelpartner : Petzschner, Behrend, Kohlschreiber, Peya (AUT), Wassen (NL), Mahut (FRA), Ker (ARG)
Christopher Kas über… … die neuen Regeln beim Doppel: Doppel sind für die Zuschauer jetzt spannender und interessanter, weil als dritter Satz der Champion-Tie Break gespielt wird und mehr Top-Einzelspieler mitmachen, und wir Doppelspezialisten es nun im Team mit allen, auch einem Federer oder Nadal, aufnehmen können. … seine schönsten Tenniserlebnisse: Als Philipp Petzschner und ich die Franzosen Gasquet/Grosjean bei unserem ersten ATP Turnier, 2005 in Marseille, vor 10.000 Zuschauern schlugen. Als ich beim World Team Cup in Düsseldorf zum erstenmal für Deutschland spielte. Als ich mit Philipp Kohlschreiber meinen ersten ATP-Titel holte. … seine Pläne: Mit Philipp Petzschner in Zukunft mehr Doppel spielen. Petzsche ist für mich erste Wahl. Wir passen gut zusammen und hätten gute Perspektiven. … seine Ziele: Weitere Turniersiege. Für Deutschland spielen, vor allem im Davis Cup. Ich will mich aber nicht groß auf Ziele festlegen. Ich will an mir arbeiten, um mich weiter zu verbessern.
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