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ihm. Wir trainieren ab und zu zusammen. Er ist zwar erst 11 und relativ dünn, aber recht groß. Er hat keine riesige Kraft, aber das gewisse Ballgefühl, das man braucht. Und weil er sehr beweglich ist, sieht alles flüssig und sehr leicht aus." Auf seine zwei goldenen Halskettchen angesprochen, kommt spontan: „Die bekam ich von Miss World 2004 und 2007." Ein Scherz - natürlich. „Nee, nee", sagt der Spaßvogel sofort, „das eine, mit dem Kreuz und den in kyrillischen Buchstaben geschriebenen Worten ‚rette und bewahre', habe ich zu meinem zehnten Geburtstag von meinen Eltern gekriegt, die das gleich Kettchen tragen, und das zweite habe ich mir in Dubai gekauft." Geld ist für Mischa Zverev nicht so wichtig. Was er verdient kommt aufs Konto. „Wir arbeiten alle zusammen", sagt er, „und haben eine gemeinsame Familienkasse, aus der sich jeder holt, was er braucht." Verwöhnt habe man ihn nie. Es habe ihm früher materiell aber nichts gefehlt. „Mir wurde auch schon früh gesagt, was sinnvoll ist und was nicht. Deswegen würde ich mir keinen teuren Schlitten kaufen. Mein Opel Astra GTC oder vielleicht demnächst ein Audi A 3 tut es auch." Und wenn er mal einen teuren Mercedes oder BMW gewinnen würde? „Mal schauen, vielleicht gäbe ich den dann Papa." Und als er neulich beim Turnier in Rotterdam 20.000 Euro kassiert hatte, dachte er gleich an seine Mutter und einen schönen Urlaub, den sie nun davon machen kann. Aber nicht immer hatten die Zverevs genug in der Familienkasse. „Boris Becker hat mir sehr geholfen", erzählt Mischa Zverev, „er hat es möglich gemacht, dass ich so viel und immer mit einem Elternteil reisen konnte und Verträge wie den mit Nike bekommen habe." Die Zusammenarbeit lief über sechs oder sieben Jahre bis Dirk Hordorff mit dessen Firma Global Sports das Management übernahm. Tennis ist, so sehr Mischa Zverev Tennis auch liebt, für ihn nicht alles. Und weil er erkannt hat, dass das Leben nicht nur aus Tennis bestehen kann, macht er nebenher das Fernabitur. Auch hat die Welt des Mischa Zverev viele Facetten. „Ich hätte viele Ideen", so Zverev und sofort sprudeln sie aus ihm heraus: „Ich würde versuchen, einen Pilotenschein zu machen, auch einen Bootsführerschein und ein Boot kaufen. Vor allem würde ich zum Angeln fahren. Am liebsten nach Alaska oder in die Berge. In die wilde Natur, wo man die Fische suchen muss und allein und frei ist. Ich würde reisen, um etwas zu erleben und um die Welt mal nicht aus der Perspektive eines Tennisspielers zu sehen. Es muss nicht Luxus sein, aber abenteuerlich. Ich würde unser neues Haus in Hamburg einrichten und den Garten machen, zu meiner Oma nach Socchi fahren, wo meine Familie herkommt, und endlich auch Hamburg erkunden, das ich noch nicht mal ganz gesehen habe." Und was macht der Tennisspieler Zverev heute Abend in Paris? „Ich lese. Ein Buch über Spionage mit dem Titel ‚CIA'. Davor habe ich von Bill Bryson ‚Eine kurze Geschichte von fast allem' und von Paulo Coelho ‚Elf Minuten' gelesen. Ich gucke in Buchläden, ob mich etwas interessiert, und schmökere kurz herum, bevor ich etwas kaufe. Ich lese gern, denn ich bin jung und neugierig und will wissen, was im realen Leben alles passiert. Ich fange doch erst zu leben an." Ein cooler Typ, dieser Mischa Zverev, wie er lässig nach dem Gespräch davonschlendert. In seiner schlabbrigen, knielangen Nike-Tennishose und seinen Riesenlatschen hätte er gut mit Dirk Novitzki bei einem Basketball-Werbespot mitmachen können. Eberhard Pino Mueller publiziert: Juli 2008 DTZ -- Tennisbibliothek TAKEOFF-PRESS Mischa Zverev über…
John McEnroe: Den würde ich gern treffe. Der könnte mir viel erzählen. Bruce Willis und Jack Nicholson: Zwei meiner Lieblingsschauspieler. Paris Hilton: Mit der kann man wohl nicht so viel reden. R&B und Black-Music: Das ist so meine Richtung. Ich bin aber kein Musikfanatiker, der Songs im Internet raussucht. Lionel Richie, Stevie Wonder, Whitney Houston: Ich finde auch solche Klassiker gut. Amy Winehouse: Nicht so mein Geschmack. Politiker: Ich könnte manchmal bei dem, was manche Politiker machen und uns erzählen, ausrasten. Essen: Ich versuche auf meinen Körper zu hören, dann merke ich, was ich essen muss. Lieblingsessen: Buchweizen, Frikadellen und russischer Salat von meiner Oma. Deutschland: Da möchte ich leben, in Südamerika, Afrika und Asien nicht unbedingt. Lieblingsstädte: Hamburg, New York, Miami und Monte Carlo. Sprachen: Ich kann deutsch, englisch und russisch. Freunde auf der Tour: Ich versteh' mich mit vielen, etwa Benni Becker, Michi Berrer, Evgeny Korolev. Zu einem Barbecue waren in Hamburg Youzhny, Tursunov und Safin bei uns zu Hause eingeladen.
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