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schlagspiel, aber ein bisschen fix." - „Es kotzt mich an." - „Für was habe ich Sprints gemacht?" - „Du Vollidiot!" - „So geht das nicht, du bist zu schwach." - „Ich habe keinen Bock mehr auf diese Sch…" - „Ich bezahl' die Leute für nichts, absolut nichts." Tommy Haas braucht das: „Komisch, wenn ich nicht schimpfe, kriege ich hinterher Emails von Freunden und Familie, die fragen, was ist los. Es gibt immer Situationen, die mich nerven. Ich bin ein Typ, der auf dem Platz seine Gefühle raus lassen muss." Das Gute dabei ist, er hakt das sofort ab und feuert sich gleich wieder an: „Komm, du gewinnst das Ding!"
Das Phänomen Tommy Haas hat eben mit seiner Leidenschaft für Tennis zu tun. Das erklärt auch, warum er kein Verständnis hat, wenn junge Spieler sich nicht voll reinhängen, um alles aus sich herauszuholen. Er meint, daran hapere es in Deutschland und prangerte das vor kurzem an: „Denen fehlt der Wille und der Biss nach ganz vorne zu kommen." Und manche seien „einfach zu faul."
Viele Profis aus dem Tennislager gönnen Tommy Haas, dem Publikumsliebling bei vielen Turnieren, die Erfolge auf seinem x-ten Comeback-Trip. Er bekommt viel Anerkennung, Zuspruch und viele Komplimente von allen Seiten. „Ich bewundere Tommy für seinen Kampfgeist", sagt der Schweizer Superstar Roger Federer, „dass er es nach seinem Comeback fast wieder in die Top Ten geschafft hat, ist unglaublich."
Ex-Wimbledonsieger Michael Stich meint: „Toll, dass Tommy wieder dabei ist. Tommy hat wieder eine Euphorie in Deutschland entfacht. Er ist nach wie vor hungrig, gut drauf, jetzt muss er gesund bleiben, dann ist er wieder Favorit bei Turnieren." Oder der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic: „Ich habe viel Respekt vor Tommy. Er spielt mit sein bestes Tennis der vergangenen fünf Jahre." Und Rainer Schüttler über Tommys Comeback: „Mit einem Wort: unglaublich. Er hat es verdient, weil er ein toller Spieler ist und weil er so viele Jahre dieses Pech hatte. Er wirkt irgendwie relaxed, auch mit der Familie hinter sich. Er strahlt große Zufriedenheit aus, auch wegen seines persönlichen Glücks. Er wird sicher noch zwei Jahre auf hohem Niveau spielen können."
Tommys Langzeittrainer Nick Bollettieri sagte: „Tommy ist ein Vorbild für die Kids, die sehen, dass man nach so großen Schwierigkeiten in seiner Karriere nie aufgeben soll." Der Amerikaner John Isner nach der Niederlage in Paris: „Ich hätte nicht erwartet, dass Tommy noch einmal so zurückkommt. Sowohl in seiner Karriere als auch in diesem Match. Er verdient all den Erfolg, den er jetzt hat." Selbst der Wimbledon-Chef Phil Brook zieht vor dem deutschen Tennisstar den Hut: „Tommy ist in richtig guter Form, begeistert die Zuschauer. Und das jenseits der Dreißig. Einfach fantastisch." Auch ehemalige Tennisköniginnen waren von Tommys Highlight-Match bei den French Open fasziniert. Kim Clijsters twitterte: „Was für ein Spiel! Machte Riesenspaß zuzuschauen." Und Lindsay Davenport: „Der Wahnsinn!"
Und wie lange wird Tommy Haas noch als Tennisprofi mitmischen? „Ich weiß", sagt der ‚Oldie', „eines Tages wird dieses Tennisleben auf der Tour, das ich immer haben wollte, vorbei sein, deswegen versuch' ich, Spaß auf dem Court zu haben und die Matches möglichst noch, solange mein Körper mitmacht, zu genießen. Der Erfolg versüßt mir das Gefühl natürlich um so mehr."
Um so mehr, weil da noch jemand ist, der ihm Tennis versüßt. Tommys Verlobte Sarah Foster mit so wunderbaren Worten: „Du bist weiterhin eine Inspiration." Und sicher ist, man wird Tommy Haas, wenn er einmal nicht mehr dabei ist, vermissen.
Eberhard Pino Mueller
publiziert: Juli 2013 DTZ Deutsche Tennis Zeitung Tennisbibliothek: TAKEOFF-PRESS Presse-Dienst-Süd -- JOURNAL/EURO
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