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Gastkommentar von Lothar Rodenbusch / Sports Science
Dominik Koepfer - „Der Kämpfer und Denker"
Überragende und überraschende Erfolge in Wimbledon und bei den US Open haben Dominik Koepfer mittlerweile zum Top 100- Spieler der ATP- Weltrangliste gemacht. Dieser Erfolg ist bei näherer Betrachtung kein Zufall oder Glücksfall, sondern auf einer guten Grundlage basierenden Technik, Physis und vor allem mentalen Stärke. Ich hatte das Glück viele seiner Matches komplett vor Ort live sehen zu können.
Diese mentale Fitness beruht auch auf der Entwicklungsgeschichte als Allroundsportler (Tennis, Fußball, Golf, Ski, u.a.) und dem guten Techniktraining in der Jugend, sowie der Erfahrung mit der hohen Belastung von Studium und Training an der Universität in den U.S.A (New Orleans).
Mentale Qualitäten
Disziplinierter Matchplan
Der Matchplan von Dominik Koepfer, mit seinem Trainerteam ausgearbeitet, war in allen Matchs den jeweiligen Gegner fast optimal angepasst. Jaume Munar (ESP) als Grundlinienspezialist und Reilly Opelka (USU) als Aufschlagspezialist völlig unterschiedliche Maßnahmen vorausgesetzt. Der Matchplan wurde von Koepfer mit viel Disziplin eingehalten.
Defensive Dominik Koepfer verfügt einerseits über die nötige Geduld über lange Rallyes zu gehen und ohne Winkel zu spielen. Er ist in der Lage, sowohl auf Vorhand und auch Rückhand gute Passierbälle zu spielen.
Offensive Er wartet den richtigen Moment ab, um mit Überraschungseffekt offensiv zu spielen. Auch hier ist er in der Lage auf beiden Seiten -Vorhand wie Rückhand- auch als Slice Winner und Angriffsbälle zu spielen. Seine Volley- und Aufschlagqualitäten ermöglichen ihm auch gutes Netzspiel und Serve and Volley auch im Doppel anzuwenden.
Matchgefühl Der Matchplan und sein Matchgefühl, das richtige zu tun, sind bei Dominik Koepfer sehr gut ausgeprägt. Er lässt kaum Punkte liegen und spielt fast immer den richtigen Ball. Sowohl in der Strategie als auch in Spielsituationen hat er die richtigen Lösungen. Der Zuschauer auch Experten sind oft überrascht über plötzliche Attacken. Ich habe kaum taktische Fehler gesehen.
Stabile Konzentration Viele Spieler haben Konzentrationslücken, die bedingt durch zu geringe Spannung entstehen. Dies kann aus Fahrlässigkeit/Unlust entstehen (Kyrgios, Monfils). Es gibt Spieler die bei zu Hoher Nervosität (Angst) in wichtigen Spielsituationen (Breakball) ihre Leistung nicht abrufen können und häufig knapp verlieren. Dominik Koepfer ist sowohl im Hinblick auf seine Konzentration, seiner Willenskraft auch in negativen Situation und vor allem in wichtigen Momenten immer voll da.
Fazit Die Erfolge von Dominik Koepfer sind keine Eintagsfliegen. Seine körperlichen, technischen und vor allem mentalen Eigenschaften lassen aus meiner Sicht noch vieles von ihm erwarten. Darüber hinaus begeistern seine positive Ausstrahlung und sein Kämpferherz.
publiziert. September 2019 Tennisbibliothek TAKEOFF-PRESS -- Presse-Dienst-Süd JOURNAL/EURO
Gastkommentar von Lothar Rodenbusch Profil: DTB- A- Trainer Tennis, Diplomsportlehrer mit Schwerpunkt- Studien im Bereich Psychologisches Training (DSHS Köln), Inhaber und Geschäftsführer des Sport-, Tennis- und Gesundheitszentrums Sportpark Simmern, Veranstalter von Tennisturnieren, Sportevents und Sportreisen
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