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Coco „Cori" Gauff - das Tenniswunderkind


Als „Cori", wie die 15-jährige Coco Gauff liebevoll genannt wird, nach ihren Matches, begleitet von ihren Eltern und dem Team, vom turbulenten Australian-Open-Playerbereich zum Fahrservice lief, trug keiner der Begleiter ihre schwere, übergroße Schlägertasche. Sie ließ sich nicht bedienen und machte das selbst. Und sie schaute, als man ihr im Vorbeigehen immer mal mit „well done" gratulierte, jeden lächelnd an und sagte brav „thank you." Erstaunlich wie normal das Kind sich verhielt, obwohl es überall bewundert wird.

Mit Recht. Das Kind ist phänomenal - sorry, man muss das so sagen! Es gibt manchmal Dinge, die sind eigentlich unglaublich, selbst wenn man sie erlebt hat. Cori beschert uns solche Dinge. Als sie schon mit 13 beim Australian Open-Juniorinnen-Turnier mitmachte, flog sie gleich in der ersten Runde raus. Doch bei ihrem nächsten Junior-Turnier in Roland Garros, schnappte das Kind allen (bis 18 Jahre) den Titel weg. Mit 15 scheiterte Cori in der Qualifikation für das Hauptfeld bei den French Open. Doch wenige Wochen später kam sie, nach erfolgreicher Qualifikation, in Wimbledon in die vierte Runde, das seit 1996 (Hingis) in diesem Alter keiner gelang.

Ja, und in diesem Jahr bei den Australian Open im Melbourne Park wieder ein unglaublicher Coup. Nach zwei gewonnen Matches, kam Coco Gauff gegen die zweimalige Grand-Slam-Gewinnerin und Titelverteidigerin Naomi Osaka, gegen die sie bei den US Open in der dritten Runde im letzten Jahr nur drei Spiele gewonnen hatte. Unter dem Jubel der Fans, die Cori in der Rod Laver Arena im Chor wild, wie bei all ihren Matches, angefeuert haben, drehte der Teenager den Spieß um und fertigte die Japanerin kaltblütig ab. „Ich dachte nicht", sagte Cori hinterher, „hier so ein Liebling für die Aussies zu sein. Ich denke, ich bin jetzt adoptierte Australierin."

Mehr noch, als über die Coco-Manie der Fans, war Gauff, die eigentlich zur Schule gehen müsste, über sich selbst erstaunt. „Vor zwei Jahren mit 13", sagte sie kichernd, „hat man mir hier in der ersten Runde bei den Juniorinnen eine Niederlage verpasst, und jetzt treiben mich die Fans in der riesigen Rod Laver Arena zum Sieg gegen die Titelverteidigerin - wow, ist das nicht verrückt?"

Erstaunlich auch, wie Coco Gauff den Rummel wegsteckt und cool bleibt. Schwerer tut sie sich gerade mit dem Autofahren für den Führerschein. Es falle ihr leichter, auf den Center Court bei Majors zu gehen, als Autofahren. „Ehrlich", sagte sie, „ich war total aufgeregt, als ich das erste Mal auf einem Highway fuhr."

In der vierten Runde wurde Gauffs Lauf von der Amerikanerin Sofia Kenin gestoppt, die das Turnier ihres Lebens spielte und die Australian Open-Träume der Weltranglistenersten Ashleigh Barty im Halbfinale und von Garbine Muguruza im Endspiel platzen ließ und unerwartet den Grand Slam-Titel holte. Coco Gauff war nach der Niederlage aber nicht geknickt. „Ich bin doch erst 15", sagte sie selbstbewusst, „und ich weiß, dass noch viel Potential in mir steckt."

                                                                                    Eberhard Pino Mueller

Coco Gauff's -  13 Jahre bis 15 Jahre  - Karrierehöhepunkte….
2017 jüngste Spielerin aller Zeiten (13 Jahre) in einem Junior-Finale (US Open)
2018 Junior Einzeltitel In Roland Garros
2019 Achtelfinale in Wimbledon / jüngste Qualifikantin
2019 dritte Runde bei den US Open / jüngste Spielerin seit 1996
2019 erster WTA Tour Einzeltitel in Linz
2020 dritte Runde Australian Open


publiziert.   Februar 2020  -   Tennisbibliothek TAKEOFF-PRESS --
                                               Presse-Dienst-Süd  --  JOURNAL/EURO


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