|
Das etwas andere Golf-Lexikon
Verstehen Sie Golf?
Haben Sie schon einmal etwas von einem „Gimmie", „Rookie" oder „Shapiro" gehört? Und wissen Sie, was einer der ältesten schottischen Whiskys mit Golfbällen gemeinsam hat oder was man unter „katholischem Golf" versteht? Keine Ahnung? - Macht nichts. Die Golfsprache, zumal eigentlich englisch, ist ja auch nicht jedermanns Sache und geht, ins Deutsche übersetzt, häufig schief. Und jetzt haben wir den Golf-Salat. Wir müssen uns nicht nur mit einem verrückten Spiel - der Kunst, einen zu kleinen Ball auf zu langen Bahnen mit meist ungeeigneten Schlägern in ein winziges Loch zu spielen - sondern auch noch einem ziemlichen Sprachwirrwarr und eigenartigen Golfbegriffen herumschlagen.
Addressing the ball „Ansprechen des Balls". Haben Sie schon Golfer erlebt, die bei der Schlagvorbereitung mit dem Ball gesprochen haben? Ja, nach dem Schlag, da rufen sie „down" oder „sit", weil der Ball nicht am Loch landen oder zu weit rollen könnte, oder „adios", wenn er sich in einer eleganten Kurve ins Abseits verabschiedet, oder „blöder Ball", wenn er am Loch vorbei kullert. Alles Quatsch - als ob die Bälle hören könnten. Ass (Hole-in-One) Ein Glücksschlag, vom Abschlag direkt ins Loch, auf den die meisten Spieler ihr Golferleben lang vergebens warten. Doch kürzlich, was für ein Dusel, da hatten zwei Oldies aus Australien zwei Asse nacheinander am gleichen Par 3-Loch gespielt. Albatros Ein Superding, weil der Ball auf einer etwa 500 Meter langen Spielbahn mit nur zwei Schlägen, also drei Schläge weniger als vorgesehen, gelocht wird. Nun ja, eigentlich nicht zu machen von Otto Normalgolfern, aber vielleicht mal im Golf-Himmel. - Die Amerikaner übrigens sagen nicht „Albatros", sondern „Double Eagle" (Doppel-Adler), was falsch ist. Denn nicht vier, sondern drei Schläge weniger, ist golftechnisch nur so was wie ein „Birdie-Eagle" oder „Triple-Birdie" ( Eagle: zwei, bzw. Birdie: ein Schlag unter Par ). Ball Nach den Golfregeln gibt es: „Ball im Spiel", „provisorischer Ball", „zweiter Ball", „falscher Ball" und andere mehr. Für Golfer eine knifflige Sache. Für Nicht-Golfer ziemlich chinesisch. Oder erklären sie mal, dass im Golf gilt: „Ball im Spiel ist auch der Ball, der den im Spiel befindlichen Ball ersetzt, gleich ob dies erlaubt ist oder nicht." Und, so böhmisch es klingen mag, es kommt vor, dass „ein Ball im Spiel ist, der nicht ins Spiel kommt." - Ach, noch etwas, apropos Bälle klauen. Ein schottischer Golfer soll früher mal, weil er zwei Golfbälle gemopst hatte, gehängt worden sein. Big Bertha (Dicke Berta) Keine Kanone aus dem Ersten Weltkrieg, auch keine archaische Skulptur von Henry Moore oder Niki de Saint Phalle, sondern der Großkopfschläger der Firma Callaway, die mit dieser Erfindung den Schlägermarkt förmlich „auf den Kopf gestellt hat." Birdie (Vögelchen) Ein Schlag unter Par für das Loch. - Ja, ja, die Golfer mögen Vögel und haben den Scores, die unter Par für das Loch gespielt werden, besondere Vogelnamen verpasst. Eagle (Adler), der König der Vögel, für zwei unter Par und Albatros, der Meeresvogel mit der größten Spannweite, für drei unter Par. Bogey Ursprünglich verstand man unter „Bogey" die Platzvorgabe. Und das kam daher: In Schottland, Ende des 19. Jahrhunderts, spielten zwei Golfer gegen den Platz. In Anspielung an den Text des Songs „Hush, hush, here comes the ‚bogey' man", gab der eine Spieler dem anderen nach
|
|