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NOVENTI OPEN 2019 - Halle/Westfalen
„Man braucht diesen Hunger, immer wieder siegen zu wollen."
Das erste, was einem ins Gesicht schlug, als man diesmal zum 27. Mal beim Rasenturnier in Halle ankam, war „NOVENTI OPEN", der neue Name des Titelsponsors anstelle von GERRY WEBER OPEN. Der Wechsel der langjährigen Titel-Partnerschaft mit dem Mode-Unternehmen, das in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, kam kurzfristig zustande, nur sieben Tage bevor die Qualifikation des ATP 500er-Turnier in HalleWestfalen begann. Den Einstieg von NOVENTI bezeichnete Turnierdirektor Ralf Weber, „als wichtiges Aufbruchssignal einer zukunftsweisenden Partnerschaft, die das Turnier weiter absichert." Das Engagement von NOVENTI, für das Unternehmen „glücklich und eine Ehre bei diesem renommierten Event vertreten zu sein", kam so spät zum Abschluss, dass keine Zeit mehr blieb, den Titel „27. GERRY WEBER OPEN" im Turniermagazin abzuändern.
Eine gute Nachricht des Turnierchefs war bei der momentanen Situation, dass die schwierige Lage des Mode-Unternehmens die Zukunft des größten deutschen ATP-Turniers nicht gefährde. Die Gerry Weber Management & Event GmbH, mit der Turnier-Lizenz, sei eine eigenständige unternehmerische Einheit Es habe auch zu keinem Zeitpunkt Überlegungen gegeben, die Lizenz zu verkaufen. „Wir wollen und werden", so Ralf Weber, „die Turniergeschichte selbst erfolgreich fortführen." Wie begehrt weltweit das Turnier ist, „ergaben viele Anfragen wegen der Lizenz von großen Unternehmen, sogar von anderen Staaten."
Von irgendwelchen Schwierigkeiten war auch nichts zu spüren. Im Gegenteil. Für das Rahmenprogramm des ATP-Turniers haben die Macher, wie eigentlich immer, sich auch diesmal etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Eine „One-Tennis-Point" Weltmeisterschaft. Und tatsächlich, mit 523 Teilnehmer/innen, im Alter zwischen 16 und 72 Jahren, war der Wettbewerb, bei dem immer nur ein Ballwechsel über Weiterkommen oder Ausscheiden entschied, das größte Eintagesturnier der Tennisgeschichte. Es war auch ein grandioses Spektakel für die Teilnehmer, Fans und sogar für Alexander Zverev, der vom Hotelbalkon aus die Entscheidung auf Court 1 verfolgte und dem Teenager David Tesic, der das finale One-Point-Duell gegen den Ex-Tennisprofi Koubek unglücklich verlor, spontan zwei seiner Tennisschläger zum Trost spendierte.
Voll zur Sache ging es nach diesem Gute-Laune-Event dann für Federer, Zverev & Co um den NOVENTI OPEN-Titel. Gleich in der ersten Runde des stark besetzten Turniers schafften es 8 der Gewinner des 16er-Feldes nur über mindestens einen Tiebreak-Satzgewinn in die zweite Runde. Auch Roger Federer musste gegen den Australier John Millmann gleich hart kämpfen. Der Schweizer war jedoch zuversichtlich wie immer: „Ich spüre total viel Mumm und liebe hier an diesem Ort zu spielen. Dazu kommt, dass das intuitive, aggressive Spiel auf Gras mir einfach entgegenkommt. Der Sieg muss immer das Ziel sein in Halle."
Vor dem Turnier meinte Turnierdirektor Ralf Weber: „Ich denke, dass sieben, acht, eher noch mehr Spieler gute Aussichten haben, in den Titelkampf einzugreifen." Also für Federer, den Rekordsieger mit 9 Titeln, kein Spaziergang. „Es wäre wahnsinnig", so der Schweizer, „das zu schaffen." Den Titel hätte auch Alexander Zverev gern einmal geholt, nachdem er hier zweimal im Einzelfinale (2016 Florian Mayer, 2017 Roger Federer) verloren hatte. Er hatte gegen seinen ersten Gegner, den Niederländer Robin Haase, gleich Probleme, holte jedoch einen 2:5 Rückstand im zweiten Satz noch auf. „Der Start in die Rasensaison", so Zverev, „ist immer ein bisschen tricky. Man braucht Spielpraxis, um sich an die Verhältnisse zu gewöhnen."
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