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US Open 2019 - Flushing Meadows, New York
Wer, wie und was - Was am Big Apple so passierte.
So was! - In den letzten drei Jahren gab es bei den Frauen immer vier verschiedene Grand-Slam-Siegerinnen - in 2019: Naomi Osaka (Australian Open), Ashleigh Barty (Roland Garros), Simona Halep (Wimbledon), Bianca Andreescu (US Open) …. Bei den letzten elf Grand Slams gab es viele neue Gesichter, mit sieben Spielerinnen, die zum ersten Mal den Titel holen konnten -- 2017: Jelena Ostapenko (Roland Garros), Sloane Stephens (US Open) -- 2018: Caroline Wozniacki (Australian Open), Simona Halep (Roland Garros), Naomi Osaka (US Open) -- 2019: Ashleigh Barty (Roland Garros), Bianca Andreescu (US Open). Es ist inzwischen wirklich so, wie die Spanierin Garbine Muguruza, Roland Garros Siegerin 2015 sagt: „Vor ein paar Jahren gab es noch einen Unterschied zwischen Topspielerinnen und nicht Topspielerinnen. Heute nicht mehr. Wenn du nicht 100 Prozent an einem Tag bringst, kannst du gegen jede verlieren.
Grandios! -- Die sogenannten Big-3, Roger Federer (38 Jahre), Novak Djokovic (32) und Rafael Nadal (33) haben bei den letzten zwölf Grand Slams alle Titel unter sich aufgeteilt….. Grandios auch die Bilanz der Big-3 bei den letzten 65 Grand-Slam-Turnieren seit dem ersten Wimbledon-Sieg 2003 von Roger Federer, indem sie sich insgesamt sagenhafte 56 Major-Titel erkämpft haben…... Auch wenn es diesmal überraschend Novak Djokovic, wegen Problemen mit der Schulter schon im Achtelfinale gegen Stan Wawrinka und Roger Federer im Viertelfinale gegen Grigor Dimitrov erwischte, so früh wie seit den French Open 2010 nicht mehr, hielt Rafael Nadal von den Big-3-Oldys durch und schnappte sich seinen vierten US Open-Titel, nachdem wieder einmal alle Next Gen-Stars, Zverev, Tsitsipas, Rublev, Shapovalov, Khachanov,Tiafoe und Auger-Aloassime auf der Strecke geblieben waren.
Immerhin -- In das Viertelfinale der Männer spielten sich vier Zwanzigjährige (Berrettini (23 Jahre), Medvedev (23), Schwartzman (27) und Dimitrov (28), aber auch problemlos vier Spieler, die älter als 33 Jahre waren: Nadal (33), Monfils (33), Wawrinka (34) und Federer (39)……von denen dann im Halbfinale nur Nadal von den Oldys mit drei Jungen übrig blieb. Langsam scheinen sich Jüngere nun doch in die Phalanx der Big-3 vorzuarbeiten.
Dumm gelaufen -- Vier junge Spieler mit Zukunft , Dominic Thiem, Stefanos Tsitsipas, Karen Khachanov und Felix Auger-Aliassime purzelten schon gleich in Runde eins bei den US Open….. Bei den Spielerinnen erwischte es gleich einige Top-Stars. Petra Kvitova (WTA 6) die zweimalige Wimbledonsiegerin gegen Andrea Petkovic (WTA 88) in Runde zwei, wie auch Simona Halep (WTA 4), die Roland Garros-Siegerin 2018 gegen Taylor Townsend (WTA 116), Angelique Kerber (14), die dreimalige Grand-Slam-Siegerin, in Runde eins gegen Kristina Mladenovic (54) wie auch Sloane Stephens (WTA 10), die US Open-Siegerin 2017, gegen die Qualifikantin Anna Kalinskaya (WTA 127).
Heiliger Himmel! -- Angelique Kerber, was machte die ehemalige Nummer eins nur? Nach dem Zweitrundenaus in Wimbledon scheiterte sie diesmal in Runde eins, obwohl Kristina Mladenovic im zweiten Satz, der zu Null an Kerber ging, wegen Rückenproblemen behandelt werden und Schmerztabletten nehmen musste. Schlecht für Kerber, die auf der Suche nach einem neuen Coach ist, war dabei, dass die Französin inzwischen mit dem Deutschen Sascha Bajin, der als Coach 2018 Osaka zum US Open-Sieg geführt hatte, zusammen arbeitet und taktisch sehr gut auf Kerber eingestellt war. Tatjana Maria (WTA 79) vergab bei ihrem Dreisatzmatch gegen die Estin Kaia Kanepi drei Matchbälle bei eigenem Aufschlag und verspielte so im zweiten umkämpften Satz den Sieg. Philipp Kohlschreiber, der 2018 ins US Open-Achtelfinale kam, überstand diesmal gegen den Franzosen Lucas Pouille (ATP 27) nicht die erste Runde… Jan-Lenard Struff gewann sein Auftaktmatch gegen den jungen Norweger Casper Ruud, verpasste danach aber gegen John Isner (ATP 14) die dritte Runde, die er 2018 erreicht hatte. Es war ein enges, hartumkämpftes Match mit zwei Tiebreaks und guten Chancen, die der Westfale nicht genutzt hat.
Couragiert -- Tobias Kampke (ATP 231), der sich über die Qualifikation ins Hauptfeld gekämpft hatte, nahm Fernando Verdasco (ATP 34) einen Satz ab, konnte aber gegen den Spanier nicht gewinnen. Cedrik-Marcel Steebe (ATP 256) kämpfte in vier engen Sätzen Filip Krajinovic (ATP 52) nieder und lieferte Marin Cilic (ATP 23), US Open Champion 2014, einen großen Kampf. Er gewann den ersten Satz und wehrte sich verbissen in den folgenden, bis der Kroate ihm den Sieg wegschnappte. Laura Siegemund (WTA 90) gewann ihr Erstrundenmatch nach Satzrückstand und war auch für Sofia Kenin (WTA 20) im ersten Satz eine harte Nuss, doch danach chancenlos. Andrea Petkovic (WTA 88) kam problemlos in die zweite Runde, wo allerdings eine schwierige Aufgabe auf sie wartete. Petra Kvitova (WTA 6), die zweimalige Wimbledonsiegerin. Doch Petkovic nahm die Hürde bravourös. Der Vater sagte mir hinterher auch warum: „Sie ist ruhiger geworden und hat sich im Match besser unter Kontrolle." Auch Andrea Petkovic sah das so: „Ich bin glücklich mit meiner mentalen Einstellung und habe vielleicht auch keine Panik mehr, weil die Karriere langsam zu Ende geht." Sie meinte auch noch, Krisen könne man leichter bewältigen, wenn man älter werde und alle Phasen durchgemacht habe. Jenseits der dreißig, „das ist bisher die beste Zeit für mich." Und so blieb sie nach ihrer Niederlage in der dritten Runde in ihrer Lieblingsstadt New York. „Ich habe mich erst einmal drei Tage ausgeruht, um danach etwas mit Freunden zu unternehmen."
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