|
Hamburg European Open 2020
Topspieler kämpfen um traditionsreichen Titel
Anders als gedacht, aber immerhin können die Hamburg European Open in diesem Jahr überhaupt stattfinden. Im aufgrund der Coronapandemie durcheinandergewirbelten Terminkalender schlagen die Tennisprofis nun Ende September anstatt Ende Juli in der Hansestadt auf, um von dort aus direkt nach Paris zu reisen, wo die eigentlich für Mai geplanten French Open nachgeholt werden. Verrückte Zeiten, die dem Traditionsturnier an der Hallerstraße aber zumindest ein hervorragendes Teilnehmerfeld bescheren.
Es war ein Hamburger Spätsommerabend aus dem Bilderbuch, der in einer Liebeserklärung eines italienischen Charmeurs gipfelte. „Ich liebe dich Hamburg", sagte Fabio Fognini - auf Deutsch. Spätestens da hatte der Italiener die Herzen der rund 1500 Zuschauer im modernisierten „Center Court der Welt" erobert. Jubel, Applaus, Fognini strahlte, seine Kollegen Daniil Medvedev, Roberto Bautista Agut, Karen Khachanov und Jan-Lennard Struff lachten ausgelassen. Die Stimmung beim offiziellen Eröffnungsevent zu den Hamburg European Open am Sonntag war locker, gelöst und voller Vorfreude.
Das gilt für Spieler, Fans aber auch für die Verantwortlichen aus Sport und Politik, die die 114. Austragung des Traditionsturniers auch in diesen herausfordernden Zeiten möglich gemacht hatten. Moderator und Club-an-der-Alster-Mitglied Johannes B. Kerner moderierte die unterhaltsamen 90 Minuten gemeinsam mit der ehemaligen österreichischen Weltklassespielerin und TV-Expertin Barbara Schett, die auch in der kommenden Turnierwoche die Interviews mit den Spielern auf dem Platz führen wird. Hamburgs Sport-Mäzen Alexander Otto, dessen Sportstiftung die Modernisierung des Stadions mit acht Millionen Euro unterstützt hat, freute sich als Tennisfan sichtlich über das Ergebnis der Erneuerung. „Es war ja auch mal im Gespräch, das Stadion abzureißen", erinnerte er an die Diskussionen der vergangenen Jahre, „jetzt bin ich begeistert. Es war der richtige Weg, dem Stadion eine zweite Chance zu geben."
Neben Otto unterstützen die Stadt Hamburg und der Deutsche Tennis-Bund (DTB) mit jeweils einer Million Euro das Facelifting der Traditionsanlage. „Man kann kaum glauben, was hier passiert ist" freute sich Ulrich Klaus, der Präsident des DTB, „der Rothenbaum ist unsere Heimat, hier sitzt ja auch unsere Geschäftsstelle."
Innen- und Sportsenator Andy Grote wies ganz besonders daraufhin, dass zum Turnier täglich 2300 Zuschauer zugelassen sind: „Das ist damit die größte Veranstaltung in der Stadt seit Ausbruch der Pandemie." Und wenn alles gut geht vielleicht auch der tatsächliche Türöffner für andere Sportveranstaltungen wie Fußball.
Carsten Lütten, der Präsident des gastgebenden Clubs an der Alster hob das Engagement seiner Mitglieder hervor: „Fast alle haben die Baumaßnahmen und Renovierungen komplett mitgetragen und freuen sich jetzt sehr über die Anlage." Das war auch der Tenor der zahlreichen eingespielten Grüße von Tennis-Legenden, die auch ihre besonderen Erinnerungen an den Rothenbaum teilten. Michael Stich, Steffi Graf, Boris Becker, Martina Hingis, Rafael Nadal und noch einige mehr wünschten nur das Beste und viel Glück. Ganz besondere Sympathie-Punkte bei der anschließenden kleinen, sportlich-launigen Talkrunde mit den fünf Topspielern und Barbara Schett sammelte der Russe Karen Khachanov ein, der sich auf Deutsch vorstellte: „Ich heiße Karen, ich komme aus Moskau und ich habe 24 Jahre."
Sport gab es am Ende auch noch zu sehen. Die French-Open-Sieger Andreas Mies und Kevin Krawietz spielten im Showdoppel gegen Philipp Kohlschreiber und Yannick Hanfmann. Auch da dominierte der Spaß und die Freude am Spiel. Krawietz/Mies zogen am Ende mit 4:3, 3:4 und 2:7 den Kürzeren. Doch auf die verpatzte Generalprobe, folgt ja meist eine gelungene Premiere. Und die wollen „KraMies" am Montagabend (nicht vor 18.30 Uhr) gegen Raven Klaasen (Südafrika) und Vorjahressieger OIiver Marach aus Österreich zelebrieren. Dann wird es am Rothenbaum sportlich endgültig ernst.
Prominente Namen im Tableau… So starten mit Daniil Medvedev (ATP 5, Russland), Stefanos Tsitsipas (ATP 6, Griechenland), Gael Monfils (ATP 9, Frankreich) und Roberto Bautista Agut (ATP 10, Spanien) gleich vier Top 10-Spieler in Hamburg. Weitere prominente Namen auf der Teilnehmerliste sind die des Japaners Kei Nishikori sowie der beiden früheren Rothenbaum-Sieger Gilles Simon (2011) und Nikoloz Basilashvili (2018, 2019)…. In der hochkarätig besetzten Qualifikation konnten zudem die beiden Amerikaner Tennys Sandgren und Tommy Paul sowie Pablo Cuevas aus Uruguay und Jiri Vesely aus Tschechien ihr Hauptfeldticket lösen.
Vier Deutsche im Hauptfeld am Start…. Aus deutscher Sicht können sich die 2.300 Zuschauer, die täglich zugelassen sind, auf die drei Davis Cup-Spieler Jan-Lennard Struff, Philipp Kohlschreiber, Dominik Koepfer und Yannick Hanfmann freuen. Leichte Auftaktlose haben die DTB-Starter allerdings nicht erwischt. Für Struff geht es zunächst gegen den Russen Karen Khachanov (ATP 16), Kohlschreiber trifft auf Fabio Fognini (ATP 13) und Hanfmann darf sich mit Gael Monfils messen. Dominik Koepfer, der in der vergangenen Woche beim Masters in Rom im Viertelfinale stand, bekommt es mit Yoshihito Nishioka (ATP 50) aus Japan zu tun.
Presseinformation September 2020 bearbeitet und publiziert: Tennisportal TAKEOFF-PRESS - Presse-Dienst-Süd - JOURNAL/EURO
|
|