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Roland Garros 2021, die French Open in Paris.
Höhepunkte, Triumphe, Emotionen, Rekorde, Absagen, Favoritenstürze, Ausrutscher, Spielverderber, Tragödien, Dramatik, Eklats, Geistermatches…
- Viele Turbulenzen bei den French Open - eben.
Das Covid-19-Virus hatte Roland Garros noch ganz „schön" im Griff. Die Teilnehmer mussten sich in einer Blase aufhalten und dürften nur für eine Stunde am Tag in die Stadt - ein Witz für eine Stadt wie Paris. Die Anzahl Zuschauer auf der Anlage, alle mit Maske, war begrenzt. Bis 21 Uhr anfangs und 23 Uhr in der zweiten Woche mussten alle Besucher verschwinden. Boris Becker und Barbara Rittner, für EUROSPORT als Experte*in im Einsatz, saßen in München in einem kleinen „Kabuff" an einem Monitor und übertrugen Roland Garros, wie alle Fernseh-Kollegen, nicht aus den TV-Kabinen der drei Stadien.
Nullnummer - Die Top-drei Spielerinnen der Welt sind nicht beim Kampf um den Titel dabei. Die Rumänin Simona Halep (WTA 3) sagte das Turnier wegen einer Verletzung ab. Naomi Osaka (WTA 2) spielte nach ihrem Sieg in Runde eins nicht weiter. Die Australierin Ashleigh Barty (WTA 1) gab in Runde zwei wegen Hüftproblemen auf.
Eklat zu Beginn - Naomi Osaka will den obligatorischen Pressekonferenzen beim Turnier nicht nachkommen, weil sie ihrer Gesundheit und ihrem Spiel schaden würden. Als Strafe wurden ihr 15 000 Dollar aufgebrummt und mit Ausschluss bei den Grand-Slams gedroht, worauf sie, angeblich wegen psychischer Probleme, überraschend beim Turnier freiwillig ausstieg.
Tristesse bei den deutschen Spielerinnen - Keine überstand die erste Runde im Hauptfeld. Angelique Kerber (WTA 27), dreimalige Grand-Slam-Siegerin, wird von der ukrainischen Qualifikantin Kalinina (WTA 139) nach zwei Sätzen heimgeschickt. Ebenso Laura Siegemund (WTA 55) von der Französin Caroline Garcia (WTA 58), während für Andrea Petkovic (WTA 112) gegen die Tschechin Karolina Muchova (WTA 19) nach drei Sätzen das Turnier vorbei war.
Pech - Petra Kvitova (WTA 12), Halbfinalistin im Vorjahr, stürzt nach ihrem Auftaktsieg bei einem Pressetermin, verletzt sich den Knöchel und kann in Roland Garros nicht weiterspielen.
Wunderkind Cori „Coco" Gauff - Die gerade erst siebzehn gewordene US-Amerikanerin kam zum ersten Mal in ein Grand-Slam-Viertelfinale und war die Jüngste in Roland Garros seit 2006. Nach einer furiosen Achterbahn, nach fünf im ersten Satz verpassten Satzbällen und fünf abgewehrten Matchbällen, schied sie gegen Barbara Krejcikova (WTA 33), der späteren Turniersiegerin, aus.
Spielverderberin - Die 21-jährige Kasachin Elena Rybakina (WTA 22) vermasselte der 23-maligen Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (WTA 8), nach vier verpassten Endspiel-Gelegenheiten, diesmal im Achtelfinale die Einstellung des Rekords von 24 Grand-Slam-Titeln der Australierin Margaret Court.
Frauentennis-Tohuwabohu - Noch nie purzelten so viele Topstars. So kam es, dass nach vier Runden keine Spielerin der ersten Acht der Weltrangliste noch dabei war. Für die französische Sportzeitung L'Equipe war Roland Garros der „Friedhof der Favoritinnen", denn nur die Titelverteidigerin Iga Swiatek (WTA 9) schaffte es gerade noch bis in Viertelfinale, wo sechs Spielerinnen sich tummelten, die noch nie so weit, seit 1968, bei einem Grand-Slam gekommen waren.
Favoritenstürze - Im Halbfinale standen vier Spielerinnen, mit denen niemand gerechnet hatte. Barbora Krejcikova und Tamara Zidansek waren nicht einmal gesetzt, Maria Sakkari nur an Nr.16 und Anastasia Pavlyuchenkova gerade noch an Nr.31. Im Damentennis ist inzwischen alles möglich und selbst große Überraschungen keine Seltenheit. Sabalenka (Nr.3) scheiterte an der Russin Pavlyuchenko, Kenin (Nr.4) sowie Iga Swiatek (Nr.8) an der Griechin Sakkari, Svitolina (Nr.5) an der Tschechin Krejcikova und Bianca Andreescu (Nr.6) an der Slowenin Zidansek. Der überraschenden Halbfinalplätze für jede waren so und nach den Durchmärschen über 5 Runden auch verdient. Ihre Klasse zeigten sie dann in packenden, emotionalen Matches mit Siegen der Russin und Slowenin, die einen Matchball abwehren musste und ihren vierten nach einer falschen Überstimmung der Stuhlschiedsrichterin aberkannt bekam, aber mit ihrem fünften das Finale erreichte.
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