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The Championships - Wimbledon 2021

Mythos Wimbledon


Es ist immer wieder schön, die WIMBLEDON LAWN TENNIS CHAMPIONSHIPS zu verfolgen, auch wenn das, nach mehr als 20 Turnierbesuchen live auf dem Gelände des All England Lawn Tennis Clubs, diesmal nur im Homeoffice möglich war.

Das Rasen-Tennisturnier in Wimbledon ist ja auch so einmalig, dass das Gras der Plätze zum „Heiligen Rasen" erkoren wurde. Überhaupt: Es gibt kein Tennisturnier mit so vielen Besonderheiten wie in Wimbledon.

Nur in Wimbledon gilt ein strenger Dresscode, der mindestens 90 Prozent weiße Spielbekleidung für die Spieler und Spielerinnen vorschreibt. Einzigartig ist auch das Turniergelände mit seinem Blumenmeer und Efeu, um das bis zu 15 Gärtner sich das ganze Jahr über kümmern, damit Wimbledons Identität, traditionell sehr britisch, mit der Farbpalette in violett, grün und etwas pink gewahrt wird und wie ein Garten mit Tennisplätzen aussieht.

Traditionell, wie sonst nirgendwo und schon seit 1877, sind Erdbeeren (mit Rahm), die früh morgens ab 5 Uhr in der Grafschaft Kent tonnenweise gepflückt und noch am selben Tag in Wimbledon an die Besucher frisch verkauft werden. Dazu trinken die Tennisfans Champagner und jede Menge Pimm's, ein Sommerdrink aus Gin, Wasser, Zucker und Zitronensaft. 

Einmalig ist auch, wie man Millionen jedes Jahr in Wimbledon verschenkt. Um den Klub nicht zu verschandeln, verzichten die Macher auf Werbebanden in den Stadien und Werbung auf dem Gelände. Auch ist der „Middle Sunday", der zwischen den beiden Turnierwochen liegende Sonntag, ein Ruhetag, an dem, mit vier Ausnahmen in 132 Jahren, nicht gespielt wird und für den keine Tickets verkauft werden.

Im Mekka des Tennis gibt es vorübergehend, während der zwei Turnierwochen, sogar eine Apotheke auf dem Gelände und einen eigenen Radiosender. Der Wimbledon-Channel sendet an jedem Turniertag ab 9 Uhr aktuelle Ergebnisse, Nachrichten rund um die Plätze, Reportagen, Interviews, Spielerporträts und Wetterberichte.

Die außergewöhnlichste und umfangreichste Tennis-Bibliothek der Welt, mit mehr als 15.000 Exemplaren aus 90 verschiedenen Ländern, ist im Wimbledon-Museum untergebracht. Die Sammlung enthält sämtliche Hefte der großen Tennismagazine aus aller Welt (auch vom „tennis MAGAZIN" und von der DTZ Deutsche Tennis Zeitung), Tennisbücher in vielen Sprachen, Jahrbücher, Programmhefte, Zeitungsausschnitte und anderes mehr. 

Eine seltsame, aber für Wimbledon typische Gepflogenheiten ist das Schlangestehen für Tickets. Jeden Tag werden morgens etwa 2.000 Eintrittskarten für die Anlage und ein paar für den No.1-Show-Court verkauft. Sie sind so begehrt, dass Tennisverrückte schon am Vortag mit Zelten anrücken und auf dem nahegelegenen Golfplatz, geordnet nach einem Verhaltenskodex, campieren, um ein Ticket, auf einem vorderen Platz der zigtausend Fans in der bis zu drei Kilometer langen Schlange, am Kartenhäuschen zu ergattern.

Ein besonderer Hingucker Wimbledons ist auch die Royal Box mit 74 Sitzplätzen am Center Court, in der neben Mitgliedern der königlichen Familie - diesmal Prinz William mit Kate, der Duke of Kent u.a. - nur Stars, Ex-Champions und ausgewählte Berühmtheiten, etwa Tom Cruise, Martina Navratilova, Billie Jean King, David Beckham u.a., Platz nehmen durften. Allerdings: nur nach einem strikten Verhaltens- und Dress-Code. Für die Herren sind Anzug, Krawatte und Socken vorgeschrieben, für die Damen keine Hüte oder Shorts. Auch Tennisschuhe oder Handy-Benützung sind verboten.

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