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Australian Open 2022 - Melbourne

Von wegen „Happy Slam" - oder doch !


Die Spieler*innen lieben das Turnier Down Under, weil es anders ist. Sie mögen die familiäre Atmosphäre der Australian Open ( AO ), die sportbegeisterten Fans und das Flair im nur einen „Känguruh-Sprung" von der City weg liegenden Melbourne Park. Jeder kommt, weil es wieder losgeht nach dem Jahreswechsel, mit einem „Happy New Year." So kam es, dass die Aussie Open, durch Roger Federers Anregung, unter den Grand-Slam-Turnieren zum „Happy Slam" erkoren wurden.

Doch dann, als im letzten Jahr ein winziges, unbekanntes Virus sich plötzlich weltweit breit machte, war es vorbei mit dem „Happy Slam." Alle Tennisfans wurden an fünf Tagen sogar ganz ausgesperrt und die Spieler*innen in Quarantäne-Hotels eingesperrt, die sie täglich nur für ein paar Stunden unter strengster Kontrolle für das Turnier verlassen durften.

Auch wenn die Einschränkungen diesmal nicht ganz so drastisch ausfielen, war es wieder kein üblicher „Happy Slam." Der Ärger begann schon vor Turnierbeginn mit Novak Djokovic. Der gegen Corona nicht geimpfte Titelverteidiger versuchte mit allen Mitteln, entgegen den Regeln und Gesetzen in Australien, eine Einreise und Spielberechtigung für die Australian Open zu erzwingen. Es ging tagelang weniger um Tennis, weil sich alles um das nervige Hin und Her von Djokovic drehte, bis Richter des obersten Bundesgerichts den Serben zu Recht des Landes verwiesen.

Das Fehlen der Nummer eins machte die Macher des Turniers gar nicht „happy", da es noch weitere Absagen von Tennisstars hagelte. Roger Federer (nach 3. Knieoperation), Dominik Thiem (Handgelenk), der frühere Weltranglisten-Dritte Milos Raonic ( Achillesferse), der Ex-Weltranglistenvierte Kei Nishikori (Hüfte), Serena und Venus Williams (Verzicht), die US Open-Siegerin 2019 Bianca Andreescu (Motivationsmangel), die AO-Halbfinalistin 2021 Karoline Muchova (Verletzung), die AO Finalistin 2021 Jennifer Brady (Fuß), Karolina Pliskova (Handgelenk). Hinzu kam auch noch, dass die Veranstalter in Melbourne um Rafael Nadal, Nick Kyrgios, Belinda Bencic, Ons Jabeur und Emma Raducanu, die kurz vor den Australian Open positiv auf Corona getestet worden waren, bangen mussten.

Für die deutschen Spielerinnen, nur drei standen im Hauptfeld, war das Turnier alles andere als ein „Happy Slam". Für die dreimalige Grand-Slam-Turniersiegerin Angelique Kerber (WTA 20), die sich hier vor sechs Jahren ihren ersten Major-Titel geholt hatte, war gleich Schluss. Sie kassierte an ihrem 34. Geburtstag eine bittere Niederlage gegen die Estin Kaia Kanepi (WTA 115). - Andrea Petkovic war über die glatte Abfuhr gegen die French Open-Siegerin 2021 Barbora Krejcikova, als ihr nur zwei Spielgewinne gelangen, total genervt: „ein schrecklicher Tag für mich."  -  Die zweifache Mutter Tatjana Maria (WTA 287) wehrte sich wacker gegen die Griechin Maria Sakkari (WTA 8) aber ohne „Happy End." So war. zum ersten Mal seit 1977, keine deutsche Spielerin in der zweiten Runde.

Von acht deutschen Spielern schafften es fünf in die zweite Runde, doch da kam gleich für vier das Aus. Yannick Hanfmann (ATP 126) konnte nicht, was er vorhatte, Rafael Nadal „wenigstens ein bisschen ärgern", wurde aber von dem Spanier gelobt. Sein Tennislevel sei heute viel höher als seine Ranglistenposition gewesen. - Dominik Koepfer (ATP 53) zog gegen den 2,11 Meter großen Aufschlag-Spezialisten Reilly Opelka (ATP 23), den er zuvor schon dreimal schlagen konnte, den Kürzeren. - Oscar Otte (ATP 96) gewann den ersten Satz gegen Lorenzo Sonego (ATP 26), doch als Sieger ging nach vier Sätzen der Italiener vom Platz. - Philipp Kohlschreiber (ATP 134), zum 15. Mal dabei, kam als Nachrücker für Djokovic gerade noch ins Hauptfeld und gewann überraschend gegen Marco Cecchinato. Doch nur kurz war Kohlschreiber „happy", denn nach einer Schlappe gegen Bautista-Agut (ATP 15), als er nur vier Spiele in drei Sätzen gewann, kam er sich vor, als habe er mit „zwei linken Schuhen" gespielt.


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