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BMW Open by AMERICAN EXPRESS 2022


Münchner Geschichten um das ATP-Turnier im Iphitos-Tennisclub


Iphitos  - Der Name des Clubs stammt von König Iphitos von Elis, dem Mitbegründer der Olympischen Spiel in der Antike. Der erste Tennisclub Münchens wurde 1892, neben anderen von Prinz Albert von Bayern, gegründet und richtete 1900 die ersten Internationalen Meisterschaften von Bayern aus. Vor der Open Era holten zwei Spieler, Budge Patty und Gottfried von Cramm, jeweils drei Titel im altehrwürdigen MTTC Iphitos. Bei den BMW Open auf der Iphitos-Anlage am Aumeisterweg spielt neben Tennis auch bayrische Tradition mit. Der Sieger bekommt eine echte bayrische Lederhose, die er bei der Siegerehrung auf dem Platz anziehen muss. Übrigens: Im traditionsbewussten Münchner Club dürfen die Mitglieder auf den vorderen Plätzen vor dem Clubhaus nur in weißer Spielkleidung Bälle schlagen.

BMW - Der Titelsponsor des ATP-Turniers, die Bayrischen-Motoren-Werke, ist eine Münchner Traditionsmarke. Das Stammwerk der BMW Group feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Seit mehr als drei Jahrzehnten (1987) ist BMW mit den BMW Open eng verbunden. „BMW setzt so", sagte der Sportmarketingleiter Christian Masanz, „ein Zeichen für die Sportstadt und den Tennisstandort München." Das Siegerauto, ein vollelektronischer, innovativer BMWi4M50 mit sportlicher Dynamik, ist ein Münchner Orginal, das hier komplett produziert wurde, und „ein wichtiger Wegbereiter", so der Leiter BMW Group Deutschland Peter Weber, „für vollelektrische Fahrzeugarchitektur." Bevor Kohlschreiber übrigens 2007 sein erstes Auto überraschend gewann, hatte er es voreilig seine damaligen Freundin Lena Alberti versprochen, die den BMW dann auch bekam.

„Kohli" - sein richtiger Name ist Philipp Eberhard Hermann Kohlschreiber. „Als Vierjähriger musste die Mama vor ihrer Trainerstunde", erzählte er, „immer etwas Tennis mit mir spielen, da ich sonst quengelig war." Der Augsburger trainierte schon als ganz junger Teenie in Oberschleißheim, dann mit 14 Jahren an der Münchner TennisBase des Bayrischen Tennis Verbandes. Mit 18 kam er zum MTTC Iphitos, wo er als schmächtiger Bub in der zweiten Bundesliga mitmischen durfte und wo man ihm 2002 sogar eine Wildcard für seine erste BMW Open gab. „Das Turnier", so Kohli, „ist im Tennis meine große Liebe."  Kein Wunder: Er gewann das Turnier dreimal und stand sechsmal im Einzelfinale. Der Clou, er bekam bei seinen drei Iphitos-Triumphen immer auch noch ein edles Siegerauto von BMW. Kohlschreiber trat in diesem Jahr zum 17. Mal im Münchner Iphitos Club an. Doch diesmal ohne Happy End. Der inzwischen 38-Jährige unterlag gleich in der ersten Runde dem 14 Jahre jüngeren Daniel Altmeier.     

Marko Topa - Der Serbe ist eigentlich mehr ein Münchner. In Gräfelfing, am Münchner Stadtrand, kam er auf die Welt. Als Sechsjähriger begann er in Oberschleißheim mit Tennis. Mit acht wechselte er zum MTTC Iphitos. Schon als kleiner Stöpsel spielte er bei den Herren des Clubs mit. Inzwischen ist er 18 Jahre alt und ein Spieler der ersten Iphitos-Herrenmannschaft in der Regionalliga. Der 756. der ATP-Weltrangliste durfte in der Qualifikation für die BMW Open mitspielen und schaffte, überraschend nach zwei Siegen, den Sprung zum ersten Mal ins Hauptfeld eines ATP-Turniers, wo Oscar Otte (ATP 62) den jüngsten Spieler beim Iphitos-Turnier, stoppte. 

Max Hans Rehberg - Der 18-Jährige, aus München-Aschheim, ist eines der hoffnungsvollsten Nachwuchstalente in Deutschland. Er trainiert seit Jahren an der TennisBase Oberhaching. Turnierdirektor Patrik Kühnen, der Rehbergs Potential hoch einschätzt, gab ihm deshalb eine Wildcard für das Iphitos-ATP-Turnier. Der Teenie war darüber richtig happy und fühlte sich geehrt, als Nummer 1067 der Weltrangliste zum ersten Mal im Hauptfeld eines ATP-Turniers mit den deutschen Topspielern Kohlschreiber, Otte und Altmann  zu stehen. Er schlug sich wacker, musste aber anerkennen, dass der Serbe Miomir Kecmanovic, der danach auch Daniel Altmaier und den Titelverteidiger Nikoloz Basilashvili abserviert hat, noch eine Nummer zu groß war.

Oscar Otte - Der 28-Jährige (ATP 62) spielte zum ersten Mal in der bayrischen Hauptstadt - und wie! „Ozzy" fertigte in der zweiten Runde den Aufschlagriesen Reilly Opelka (ATP 17) ab und war „im wunderschönen München superhappy gleich einmal im Viertelfinale zu stehen." Otte schaffte es sogar noch zum ersten Mal ins Halbfinale eines ATP-Turniers. Von den Zuschauern angefeuert, war es für ihn wie ein Heimspiel. „Diese tolle Atmosphäre mitzuerleben", schwärmte er, „ist unglaublich, und wenn alle zu dir halten, umso schöner."

Krawietz / Mies - Das deutsche Erfolgsdoppel mit zwei French-Open-Titeln kam, als Sieger in Barcelona, direkt zu den BMW Open by American Express, wo es auf der Players Night im „Golden Racket Club by Käfer" mit dem Iphitos Award für besondere Leistungen geehrt wurde. Kevin Krawietz und Andreas Mies holten sich, dadurch zusätzlich beflügelt, auch gleich noch ihren nächsten Doppeltitel auf der Münchner Iphitos-Anlage. 

Halbfinale am Aumeister - Keiner der Top-Favoriten und eins bis sechs gesetzten Spieler war noch dabei - nicht Alexander Zverev (ATP 3), der nach seiner katastrophalen Niederlage gegen Holger Rune (ATP 70) geknickt sagte: „Es war bodenlos, wie ich gespielt habe" - nicht mehr Casper Ruud (ATP 8), der gegen Van De Zandschulp (ATP 40) strauchelte - nicht mehr Reilly Opelka (3 gesetzt) - auch nicht mehr Titelverteidiger Nikoloz Basilashvili (4 gesetzt).

Münchner Finale -- Ein Tipp vor dem Turnier auf ein Endspiel des Dänen Holger Rune gegen den Niederländer Botic Van De Zandschulp hätte man für idiotisch gehalten. Nachdem aber die Favoriten reihenweise abserviert worden waren, kam Holger Rune, der bei den BMW Open by American Express nur spielen konnte, weil Patrik Kühnen dem 18-Jährigen eine Wildcard gegeben hatte, ins Finale. Der führerscheinlose Youngster schnappte sich dann da gleich seinen ersten ATP-Titel und das Siegerauto, nachdem der Niederländer mit akutem Unwohlsein im ersten Satz bei 4:3-Führung aufgeben musste.
                                                         

                                                                                                                                                                                                                                       
Eberhard Pino Mueller

publiziert:  02 - 05 - 2022  ---  Tennisportal TAKEOFF-PRESS  -- Presse Dienst Süd  --  Journal / Euro

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