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TERRA WORTMANN OPEN 2022 in Halle/Westfalen


Ein wunderbares, wahres Tennis-Märchen


Rückblick
- Das Rasenturnier von Halle, die ursprünglichen Gerry Weber Open, ist eine der wunderbarsten Geschichten im Tennis, ein wahres Tennis-Märchen. Die Spielergewerkschaft ATP bot 1992 ein neues Turnier zwischen den French Open und Wimbledon an. Der Modeunternehmer Gerhard „Gerry" Weber, der Präsident des Tennisclubs Blau-Weiß Halle, war daran sofort interessiert, weil er damals nur ein kleines Sandplatz-Challenger-Turnier abhielt und lieber ein großes ATP Profiturnier veranstalten wollte.

Die Bewerbung eines Hobbytennisspielers für so eine Lizenz machte die ATP stutzig. Sie sagten deshalb Günther Bosch, dem Jugendtrainer von Boris Becker, da sei ein „crazy man in Germany", sein Name sei Gerry Weber, um zu erfahren, was Bosch von einem Rasenturnier dieses Mannes in der Kleinstadt Halle halte. Man müsse dabei keine Bedenken haben, meinte Bosch, denn Gerhard Weber sei ein exzellenter Business-Mann und Deutschland mit Boris Becker, Michael Stich und Steffi Graf, die alle in Wimbledon gewonnen haben, eine großartige Tennisnation in einem Tennis-Wunderland.     

Erfolgsgeschichte - Die Dinge um das Rasenturnier in Halle gingen vorzüglich voran. „Die Entwicklung des Turniers ist einfach fantastisch", schwärmt heute Tommy Haas, Turniersieger 2009 gegen Novak Djokovic und 2012 gegen Roger Federer. „Was hier in einer privaten Initiative auf die Beine gestellt wurde, ist absolut bemerkenswert." Die ursprünglichen Stahlrohrtribünen des Stadions wurden zuerst auf 9.200 Sitze erhöht und dann ein neuer fester Anbau für 12.300 Plätze geschaffen. Außerdem bekam der Centre Court, mit orginal englischem Wimbledon-Rasen, ein hydraulisches Luftkissen-Schiebedach gegen Regen. Direkt neben dem Stadion entstand ein Luxushotel (Court Hotel), und die Bundesbahn richtete eine Haltestelle „Gerry-Weber-Stadion" für das Turnier ein, den heutigen Bahnhof „Halle OWL-Arena". „Wir haben uns in fast dreißig Jahren", so Turnierdirektor Ralf Weber, „eine Position im Welttennis aufgebaut, von der wir selbst in der Gründerzeit nur träumen konnten - und die uns niemand zugetraut hat."

Champions Trophy  -  Bei dem traditionellen Show-Doppel in diesem Jahr wurde der Ukrainer Andrej Medvedev besonders herzlich gefeiert. Nicht wie vor 29 Jahren als er bei der Premiere in Halle im Finale gegen den Franzosen Henri Leconte spielte, sondern weil er diesmal mit einer Spezialgenehmigung der ukrainischen Regierung aus dem Kriegsgebiet - „es ist ein Elend, was mit meinem Land passiert ist" - 1980 Kilometer von Kiew mit dem Auto gefahren war, um für Thomas Muster als Ersatzspieler einzuspringen.       

Das Turnier und Alexander Zverev  -  „Ich freue mich jedes Jahr besonders auf die Rückkehr nach Halle", sagte der Weltranglistenzweite. „Das Turnier ist top organisiert, die kurzen Laufwege und lokalen Gegebenheiten sind optimal. Ich will endlich auch meinen ersten Rasentitel bei einem meiner absoluten Lieblingsturniere gewinnen." Ein dreifacher Bänderriss bei den French Open hatte ihm das, nachdem er sich für weitere drei Jahre vertraglich an das Rasenchampionat in der OWL-Arena gebunden hatte, vermasselt.

Terra Wortmann Open und seine Spieler  -  „Das Teilnehmerfeld", so der Turnierdirektor Ralf Weber, „ist absolut bemerkenswert gewesen, mit vier Top-Spielern, dem Publikumsliebling Oscar Otte, spannenden Newcomern und einem ganz besonderen Typ wie  Nick Kyrgios." Von der ersten Runde an waren die Spieler gefordert. So erwischte es gleich den Finalisten des Vorjahres Andrey Rublev, wie auch die Deutschen Daniel Altmaier, Henri Squire (Aufgabe) und Jan-Lenard Struff, nach mehr als zwei Stunden in einem Tenniskrimi. Nick Kyrgios, mit einer Wildcard beim Turnier dabei, warf in Runde zwei Stefanos Tsitsipas (an 2 gesetzt) raus und konnte erst im Halbfinale vom späteren Turniersieger Hubert Hurkacz, der im Endspiel Daniil Medvedev (ATP 1) bezwang, gestoppt werden. Das deutsch-neuseeländische Duo Tim Pütz / Michael Venus verpasste hauchdünn den Doppeltitel, nach zwei vergebenen Matchbällen im Champions-Tiebreak mit 14 : 12.

Publikumsliebling Oscar Otte  -   Für den gebürtigen Kölner war das Rasenturnier in Halle das größte Ding seiner Kariere, jedoch nicht allein wegen seinem Tennis - „Halle war", so Oscar Otte über seine Karriere, „die erfolgreichste Woche überhaupt für mich." - sondern mehr noch wegen der Tennisfans. Die begeisterten Zuschauer feuerten ihn bei jedem Match mit Sprechchören „Oscar, Oscar" an, denn er riss sie förmlich von den Sitzen. Nach verlorenen ersten Sätzen, im Achtelfinale gegen den Georgier Nikoloz Basilashvili und im Viertelfinale, als er auch noch acht Breakbälle gegen den Russen Karen Khachanov abwehren musste, hatte ihn das immer beflügelt. „Das Publikum hat mich voll durchgezogen", so Oscar Otte, „denn die Energie, die man von den Rängen ziehen kann, ist enorm." Die Stimmung sei so gewesen, wie letztes Jahr in Wimbledon gegen den Engländer Andy Murray, „nur diesmal waren alle für mich." Auch als der 28-Jährige gegen den Weltranglistenersten Daniil Medvedev unter den letzten Vier ausschied, war er noch guter Dinge: „Es hat auch heute wieder Mega-Bock gemacht. Die Stimmung war phänomenal, absolut sensationell. Vor ein paar Jahren schaute ich mir die Matchs aus Halle noch im Fernsehen an - und jetzt spiele ich selbst hier auf dem Centre Court. Eigentlich unfassbar!"

                                                                                                                                               Eberhard Pino Mueller

publiziert:  24. Juni 2022  --   Tennisportal TAKEOFF-PRESS  --   Presse Dienst Süd  ---  Journal / Euro

TERRA WORTMANN OPEN in Zahlen

97.000 Zuschauer nach nur 500 im Corona-Jahr 2021. Seit 1993 über 2,9 Millionen - das zuschauerstärkste ATP-Turnier in Deutschland.
Das ATP 500er-Event ist das hochwertigste Tennisevent in Deutschland - die dritthöchste Kategorie auf der Tour nach den Grand-Slam- und Master-Turnieren.   
Das ATP TV-Weltbild wurde an mehr als 150 Länder global gesendet. Die Sendezeit von Eurosport und ZDF betrug in Deutschland 30 Stunden.
Spieler aus 57 Ländern waren dabei.
2.800 Tennisbälle wurden verspielt und etwa 500 Rackets bespannt.
1.000 Mitarbeiter waren insgesamt im Einsatz - davon 70 für die Turnierleitung, 40 Hostessen und 57 Ballkinder.
150 Medienvertreter waren akkreditiert.

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