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Bett1open 2022 im Berliner Steffi-Graf-Stadion


Traum-Endspiel endet als Verletzungsdrama


Die an Nummer eins gesetzte Ons Jabeur (Tunesien) und die Vorjahresfinalistin Belinda Bencic (Schweiz) stehen im Endspiel der mit 757.000 US-Dollar dotierten bett1open. Am Sonntag geht es um den prestigeträchtigen Titel des WTA-500-Turniers, das bisher schon eine Woche lang die Zuschauer mit traumhaftem Rasentennis begeistert hat. Jabeur beendete mit 7:6 (7:4) und 6:2 die Finalträume von US-Jungstar Coco Gauff. Bencic hatte zuvor in einem fast schon epischen Match Maria Sakkari (Griechenland) mit 6:7 (6:8), 6:4 und 6:4 bezwungen.
 
Durch das Steffi-Graf-Stadion dröhnten tunesische Gesänge. „Egal, wo ich spiele - tunesische Fans sind einfach überall", freute sich Jabeur über die mitreißende Atmosphäre und schob verschmitzt nach: „Ich liebe Fußball. Deshalb liebe ich auch Tennis auf Rasen, das ist fast wie Fußball." Gegen Coco Gauff, die in der Turnierwoche die Herzen der Zuschauer mit herzerfrischenden Taten und Worten im Sturm erobert hatte, war Jabeur die stabilere Spielerin. Nachdem der erste Satz erst im Tiebreak entschieden worden war, war ein frühes Break im zweiten Durchgang der Schlüssel zum Jabeur-Triumph.
 
Wieder drei Sätze - wie im kompletten Turnierverlauf für „Drei-Satz-Wunder" Belinda Bencic. Über drei Stunden gespielt (3:07) - und dann den dritten Matchball genutzt. Der „Belinda-Bencic-Dreisatz" war eine Note 1 mit Sternchen. Mit 6:7, 6:4 und 6:4 hatte die Schweizerin in einem begeisternden Match die an Nummer zwei gesetzte Maria Sakkari (Griechenland) niedergerungen. Damit steht Olympiasiegerin Bencic zum zweiten Mal in Folge im Finale der bett1open. „Das kommt für mich unerwartet, damit habe ich nicht gerechnet", sagte Bencic hernach. Bei sengender Hitze hatte sie sich mit Maria Sakkari ein hochklassiges Duell geliefert und richtig festgestellt: „Wir haben uns wahrlich nichts geschenkt."  Das war Rasentennis auf Weltklasse-Niveau. Sakkari hatte zuvor im kompletten Turnierverlauf noch keinen einzigen Satz abgegeben.
 
Mit rauschendem Applaus wurde Sabine Lisicki aus dem Turnier verabschiedet. Sie verlor das Halbfinale im Doppel an der Seite von Bianca Andreescu zwar mit 1:6 und 3:6 gegen Storm Sanders (USA) und Katerina Siniakova (Tschechien), hatte sich aber in der Turnierwoche in Berlin leidenschaftlich kämpfend präsentiert. Damit hat Sabine Lisicki den Beleg geliefert: Sie meint es sehr ernst mit ihren Comeback-Plänen. Belinda Bencic überrascht das nicht: „Sabine ist eine Kämpferin, und sie liebt Tennis." Lisicki resümierte ihre Berlin-Woche so: „Ich habe die Tennis-Familie sehr vermisst. Natürlich geht es noch besser. Aber mit meiner kämpferischen Leistung bin ich zufrieden." Im Doppel-Endspiel siegte mit Storm Sanders (USA) und Katerina Siniakova (Tschechien) die favorisierte Paarung gegen Alize Cornet (Frankreich) und Jil Teichmann (Schweiz). 

Im Einzel-Finale der mit 757.000 US-Dollar dotierten bett1open zwischen der an eins gesetzten Ons Jabeur (Tunesien) und Olympiasiegerin Belinda Bencic (Schweiz) musste Bencic beim Stande von 1:2 im zweiten Satz verletzungsbedingt aufgeben. Den ersten Satz hatte Jabeur mit 6:3 gewonnen. Bei 5:3 für Jabeur im ersten Satz war die Schweizerin umgeknickt und hielt sich sofort den linken Knöchel. Ons Jabeur erkannte direkt den Ernst der Situation und lief zu ihrer Gegnerin. Nach einer Behandlungspause kehrte Bencic zwar auf den Platz zurück, war aber sichtbar gehandicapt und musste wenig später aufgeben. „Lasse dir dadurch die Freude an deinem Turniersieg nicht nehmen. Du hast ihn verdient", sagte Bencic hernach tapfer und stilvoll. Jabeur und die Zuschauer waren ergriffen von so viel Klasse.

„Drei Sätze hätte ich gegen dich, Belinda, hier nicht spielen wollen. Bitte werde schnell wieder gesund", sagte Jabeur unter dem rauschenden Applaus im prall gefüllten Steffi-Graf-Stadion. Barbara Rittner, die Turnierdirektorin der bett1open, fand die richtigen Worte an beide Spielerinnen: „Ihr seid absolute Vorbilder für das Tennis. Und für eure Nationen." Lautstarke und fröhliche Fan-Gruppen von Tunesiern und Schweizern hatten wunderbare Stimmung verbreitet.

Als Ons Jabeur dann auch noch ein „Ich-liebe-Berlin" auf Deutsch ins Mikro sprach, da erreichten die Ovationen von den Rängen ihren Höhepunkt. Für den Turniererfolg erhielt Jabeur einen Siegerscheck über 93.823 Euro. Bencic, die auch im Vorjahr das Finale erreicht und gegen Ljudmila Samsonowa verloren hatte, bekam 58.032 Euro.
 
In der Abschluss-Pressekonferenz hatte sich zuvor Turnierdirektorin Barbara Rittner vom sportlichen Niveau der bett1open beeindruckt gezeigt: „Wir hatten ein sehr starkes Feld und ich habe selten ein durchgängig so gutes Spielniveau gesehen wie hier." Adam Szpyt, CEO des Turnier-Titelsponsors bett1, ergänzte: „Das war ein tolles Turnier. Wir freuen uns auf die kommenden Jahre." Edwin Weindorfer, der CEO der veranstaltenden e I motion group, stellte fest: „Wir haben fast 30 000 Zuschauer auf der Anlage begrüßen dürfen und waren an den letzten drei Turniertagen fast ausverkauft."
 
Presseservice bett1open
bearbeitet und publiziert:  Tennisportal TAKEOFF-PRESS  --   Presse Dienst Süd  ---  Journal / Euro

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