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Porsche Tennis Grand Prix 2023 in Stuttgart
Wieder ein voller Erfolg
Es gibt Erlebnisse, die einem immer im Gedächtnis bleiben - etwa ein 16-jähriges Mädchen, das die Nummer eins der Welt im Finale eines Tennisturniers schlägt. Es war in Filderstadt beim Porsche Tennis Grand Prix 1991, als Anke Huber sensationell die beste Tennisspielerin Martina Navratilova besiegte. Das Besondere an dem Teenie war damals, das so kindlich fröhliche Lächeln. Wenn man Anke Huber heute, nach dem Umzug des Turniers von der Filderstadter Tennissporthalle in der Stuttgarter Porsche-Arena trifft, hat sie noch immer dieses umwerfend freundliche Strahlen, weil sie gut gelaunt ihre Aufgaben als sportliche Leiterin des Porsche Tennis Grand Prix macht. Die Frohnatur kommt bei allen, besonders auch den Tennisspielerinnen, richtig gut an. Anke Huber ist inzwischen, wie das Porsche Siegerfahrzeug seit dem ersten Turnier 1978, bei dem Superturnier nicht mehr weg zu denken.
Der Job ist für Anke Huber eine Herzenssache. „Wir versuchen", sagt sie, „den Spielerinnen jeden kleinen Wunsch von den Augen abzulesen." Dem Wohlfühlfaktor war schon bei Dieter Fischer, dem Turniergründer, zu verdanken, dass zum Porsche Grand Prix immer außergewöhnlich viele Topspielerinnen strömten, obwohl es Turniere mit mehr Preisgeld gab und hier nie Antrittsgelder bezahlt wurden. „Im Prinzip sind wir stärker als die anderen Turniere besetzt", befindet Turnierdirektor Markus Günthardt, „denn bei uns ist die Nummer 10 der Welt nicht mehr gesetzt, das gibt es bei keinem anderen Turnier." Bei den acht Top Ten der Weltrangliste war das hier der Fall und wer nicht unter den 25 Besten auf der Weltrangliste stand, qualifizierte sich nicht für das Hauptfeld.
Bei dieser hochklassigen Besetzung, mit sieben Grand Slam Siegerinnen, mussten deutsche Spielerinnen versuchen, über die Qualifikation ins Hauptfeld zu kommen oder hoffen, eine Wildcard zu ergattern. Die Quali, mit 16 Spielerinnen aus zehn Nationen, überstand als Einzige Tamara Korpatsch. Sabine Lisicki, nur mit einer Wildcard spielberechtigt, gewann wenigstens die erste Quali-Runde, die andern, Mona Barthel, Noma Noha Akugue und Ella Seidel, schieden gleich aus.
Mit Wildcards kamen neben Korpatsch immerhin noch Jule Niemeier und Tatjana Maria ins Hauptfeld, von denen nur Tatjana Maria in dem Elitefeld eine Runde weiter kam. Korpatsch verpasste, nach gewonnenem ersten Satz, das Achtelfinale gegen die Spanierin Cristina Bucsa genau so wie Jule Niemeier (WTA 65) knapp gegen die an 7 gesetzte Wimbledon-Siegerin und Australian-Open-Finalistin Elena Rybakina. Für Tatjana Maria kam erwartungsgemäß das Aus gegen die Französin Carolina Garcia (WTA 5).
Nachdem es schon in der ersten Runde die Russin Daria Kasatkina (WTA 8) und die US-Open-Gewinnerin Emma Raducanu erwischt hatte, purzelten im Achtelfinale gleich weitere Topspielerinnen. Coco Gauff (WTA 6) gegen die Russin Anastasia Potapova (WTA 24), die French-Open-Siegerin 2017 Jelena Ostapenko gegen Ons Jabeur (WTA 4), Elena Rybakina (WTA 7) nach Aufgabe gegen die Brasilanerin Beatriz Haddad Maia und die tschechische Roland-Garros-Gewinnerin 2021 Barbora Krejcikova gegen die Belarussin Aryna Sabalenka (WTA 2)
Richtig zur Sache und munter weiter gings zur Freude der Tennisfans in der Porsche- Arena. Favoritenschreck Potapova servierte nach Gauff auch gleich noch Garcia ab und konnte erst im Halbfinale von Sabalenka gestoppt werden, die diesmal, nach zwei verlorenen Endspielen in Stuttgart, den Porsche endlich auch einmal gewinnen wollte. Die Polin Iga Swiatek (WTA 1) musste sich über mehr als zwei Stunden gegen Karolina Pliskova, die den Porsche 2018 gewonnen hatte, sich aber ohne Führerschein immer von ihrem Mann fahren lassen muss, durchbeißen, bevor sie nach drei Spielen und 18 Minuten, ruck zuck wieder ins Finale kam, weil Ons Jabeur wegen einer Wadenverletzung heulend aufgab.
Wie im Jahr zuvor schnappte Iga Swiatek den Titel und den Porsche Aryna Sabalenka, bei deren Lieblingsturnier in Stuttgart, wieder vor der Nase weg. Sabalenka kann sich von ihren mehr als neun Millionen Dollar Preisgeld spielend einen kaufen, „es sei aber cooler den Sportwagen zu gewinnen, als ihn zu kaufen." Sie hat deshalb schon angekündigt: „Ich werde es immer und immer wieder versuchen, bis ich irgendwann auch mit dem Siegerauto abreise." In Erinnerung an den ersten Porsche-Sportwagen vor 75 Jahren, den Porsche 356, spendierte der Sportwagenhersteller 356 Euro für jedes der 253 gespielten Asse, von denen Karolina Pliskova mit ihren 26 die meisten für die insgesamt 120 000 Euro zu der traditionellen Aktion „Asse für Charity" beigetragen hat.
Anke Huber und Markus Günthardt sind seit 2005 als Macher des Porsche Tennis Grand Prix ein starkes, sympathisches Team. Das Gesamtpaket stimme, so die Beiden, weshalb die Spielerinnen und Tennisfans die Atmosphäre, das Familiäre und ganze Drumherum neben grandiosem Tennis in der Porsche-Arena so lieben.
Eberhard Pino Müller
publiziert: 26. April 2023 - Tennisportal TAKEOFF-PRESS -- Presse Dienst Süd --- Journal / Euro
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