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Terra Wortmann Open 2023 - HalleWestfalen
Eine fantastische Erfolgsgeschichte zum 30-jährigen Jubiläum
Unvorstellbar, für damalige Zeiten eigentlich, was der Modeunternehmer Gerhard Weber und sein Sohn Ralf vor dreißig Jahren ausgeheckt haben. Sie organisierten in den Jahren 1991 und 1992 ein Challenger-Turnier auf den Sandplätzen des Tennisclubs Blau-Weiß Halle. Nicht genug für die Beiden. Als sie mitbekamen, dass die Spielergewerkschaft ATP genau in dieser Woche ein neues Grand-Prix-Turnier plante, waren sie so erpicht darauf, dass sie, um den Zuschlag für eines der raren Rasenturniere vor Wimbledon zu bekommen, ein Turnier auf Gras angeboten haben. Mit Erfolg.
Die ganze Infrastruktur für ein Grand-Prix-Turnier auf Rasen in dem Tennisclub musste in etwas mehr als einem halben Jahr umgemodelt werden. Kein Problem für die Webers. Sie engagierten ruck zuck den ehemaligen Chef-Greenkeeper von Wimbledon für die Herrichtung der Grasplätze und ließen Stahlrohrtribünen für einen Center Court mit etwa 5.000 Plätzen bauen. Als der Rann auf Tickets bereits im Vorverkauf riesengroß war, stockte man noch schnell die Tribüne auf 9.200 Plätze auf. Und so konnte doch tatsächlich am 12. Juni 1993 „Klein-Wimbledon" im ostwestfälischen Halle gestartet werden.
Übrigens, gleich mit einer Sensation. Der für viel Geld verpflichtete damalige Superstar Andre Agassi wurde von Carl-Uwe Steeb im ersten Match abserviert. Der Franzose Henri Leconte holte gegen den Ukrainer Andrei Medvedev, dem damals kurzfristigen Freund von Anke Huber, den Titel der ersten Gerry Weber Open, was der Name des Turniers über Jahrzehnte war.
Es ist unfassbar, was aus dem ersten ATP-Rasenturnier in Deutschland bis heute, dreißig Jahre später, geworden ist. Es ist das größte Rasenturnier nach Wimbledon und beliebteste auf der ganzen ATP-Tour. Es wird in 150 Länder übertragen. Drei Millionen Besucher kamen seit 1993 und in diesem Jahr etwa 104 000. Der Mut von Gerhard Weber mit seinem Geschäftspartner Udo Hardieck bei der Gründung des Turniers war bewundernswert und hat sich gelohnt. Der 33-jährige Warsteiner Jan-Lennard Struff sagte über das Turnier vor seiner Haustüre: „Es ist eine Riesen-Geschichte. Eine Leistung, die unglaublich ist. Alle, die das aufgebaut haben, verdienen den höchsten Respekt. Darauf kann Deutschland stolz sein."
Natürlich musste das 30-jährige Jubiläumsturnier gebührend gefeiert werden. Für die traditionelle Champions Trophy mit Showmatches wurden Legenden der ersten Stunde eingeladen. Henri Leconte, der erste Gerry-Weber-Open-Champion, unterhielt mit Andrea Petkovic in einem Mixed die Tennisfans in der OWL-ARENA. Im Legenden-Doppel-Spektakel begeisterten der 1993-Finalist Andrei Medvedev mit Wimbledonsieger Goran Ivanisevic gegen den Tennisclown Mansour Bahrani mit Tommy Haas, der 2009 und 2012 das Turnier gewonnen hat, die Besucher mit Tricks und Gags.
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