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BMW Open 2024 München
„Ein Wahnsinns-Turnier, von vorn bis hinten passt alles."
Alle Jahre wieder freuen sich die Tennisfans auf das Turnier im Tennisclub mit dem Namen Iphitos in München. Und das schon seit 108 Jahren, wo die internationalen Tennismeisterschaften von Bayern, die seit 37 Jahren als BMW Open im Münchner Tennis und Turnierclub (MTTC) Iphitos auf den Sandplätzen gespielt werden. Zu der großen Vorfreude kam in diesem Jahr auch gleich noch die Vor-Vor-Freude auf das in 2025 kommende Turnier. Den Clubpräsidenten Dr. Fabian Tross und seinem Vorgänger Peter Bosch gelang in den vergangenen drei Jahren ein genialer Coup. Es glückte ihnen 13 internationale Mitbewerber auszustechen und anstelle des bisherige ATP 250er-Turnier eine Lizenz für ein 500er-Turnier ab 2025 zu ergattern. „Das ist", sagte Dr. Fabian Tross, „ein unglaubliches Gefühl, dass unser Traum jetzt wirklich wahr wird und ist für mich wahnsinnig emotional."
So erging es allen, wegen der großen Erwartungshaltung, die zu der historischen Entscheidung der ATP beigetragen haben. Den Clubmitgliedern, die der Umgestaltung ihres Clubs mit größerem Center Court zugestimmt, der Sportstadt München und dem Freistaat Bayern, die finanzielle und baurechtliche Unterstützung zugesichert und den Sponsoren, allen voran BMW, die das Projekt mitgetragen haben.
Im Überschwang schoss die Boulevardzeitung BILD MÜNCHEN in einer mehrseitigen BMW Open-Turnierbeilage weit über das Upgrade hinaus. Man malte die Zahl 2500 riesengroß quer über die Titelseite, wie wenn das 250er Turnier nicht doppelt, sondern zehnfach höher eingestuft würde, das heißt, es würde über allen, sogar den Grand-Slam-Turnieren, rangieren. Na ja, darunter stand wenigstens in kleineren Buchstaben: „Das Münchner ATP-Turnier im Wandel vom 250er zum 500er."
Über Sonnenschein, mit frühlingshaften Temperaturen und „voller Hütte" auf der idyllischen Anlage des Clubs, als die Qualifikation gespielt wurde, freute sich der Event-Manager Christian Okan: „Es ist das allererste Mal, dass die BMW Open an neun von neun Tagen schon vor Turnierbeginn ausverkauft sind. Und das vor der Aufwertung auf ein ATP 500er-Turnier im nächsten Jahr, das hätten wir uns dramaturgisch nicht besser ausdenken können."
Turnierdirektor Patrik Kühnen hatte für die BMW Open wie immer interessante und hochklassig Spieler verpflichtet. Allen voran Alexander Zverev (ATP 5), Titelverteidiger Holger Rune und Amerikas besten Spieler Taylor Fritz. „Für mich sind die BMW Open", sagte Kühnen, „eine absolute Herzensangelegenheit. Ich freue mich immer sehr, wenn es in München losgehen kann."
Von acht deutschen Spielern im Hauptfeld schieden vier gleich aus. Dominik Koepfer gegen den chilenischen BMW Open-Sieger 2019 Cristian Garin, gegen den er bei 5:3-Führung zum Gewinn eines Satzes aufschlug, doch dann neun Punkte in Folge und danach den Tie-Break zum Satzverlust abgab. Der 20-jährige Max Rehberg verlor gegen den 19-jährigen Amerikaner Alex Michelsen, den Jüngsten im Feld und der 20-jährige Iphitos-Spieler Marko Topo gegen den Schweizer Marc-Andrea Huesler.
Einen wahren Krimi bei frostigen und böigen Bedingungen lieferten sich der Nürnberger Maximilian „Maxi" Marterer (ATP 101) und der Kanadier Felix Auger-Aliassime (ATP 34) beim längsten BMW Open-Match, über 3:24 Stunden seit 1991, als zum ersten Mal die Zeiten erfasst wurden. Im dritten Satz führte Marterer mit 5:2, hatte bei 6:5 Matchball, den der Kanadier glücklich abwehren, sich in den Tie-Break retten und das Wahnsinnsmatch gewinnen konnte.
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