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Richtige Ernährung bei Tennismatchs oder Golfrunden.

Richtig essen - richtig fit


Mein Schulfreund Otto kam eines Tages auf die Idee, beim Berlin-Marathon mitzulaufen. Bevor Otto am Start auf der Straße des 17. Juni losrannte, mampfte er noch schnell Bananen und jede Menge Traubenzucker. Doch schon nach einer Stunde war ihm mulmig im Magen und wenig später schwarz vor den Augen.
       
Was ist passiert? Otto hatte sich vor dem Lauf mit dem Essen vertan. Ja, mit Bananen! „Bananen bei Marathons", so Professor Braun von der Deutschen Sporthochschule in Köln, „halte ich für eine schlechte Erfindung", sie belasten den Magen. Auch der Traubenzucker war falsch. Der brachte zwar kurzfristig schnelle Energie, doch in Folge kam es zu einer Gegenregulation mit Insulin und dabei zu einem Mangel an Glucose im Gehirn. 
                   
Die richtige Ernährung ist ein entscheidendes Element für Erfolg im Sport, und wer nicht aufpasst, vermasselt sich schnell alles. Auch Frau G. beim einem Freundschaftsturnier auf unserem Golfplatz. Die Dame ließ ihre Energieriegel, die sie immer beim Golfen zur Stärkung futtert, in der Golftasche und aß am 9. Loch von den Kuchen, die ihre Mitspielerinnen mitgebracht hatten. Ein glatter Fehlgriff! Mit den schweren Kuchen aus Butter, Mehl, Eiern und Sahne im Magen verpatzte Frau G die restliche Runde.
       
Ohne zu essen und zu trinken, geht es aber auch nicht - nicht bei einem Fünf-Satz-Tennismatch oder einer langen 18-Loch-Golfrunde . Es ist erwiesen, so Professor Weiß vom Sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn, dass der Körper bei Belastung ohne Kohlehydrat-Nachschub schon vor Erschöpfung der Glykogen-Kohlehydrat-Reserven anfängt, Aminosäuren/Eiweiß zur Energiegewinnung heranzuziehen, und dass sich eine nachlassende Bereitstellung schnell wirkender Energieresourcen „sportlich negativ auf die Koordination und Konzentration auswirkt".
       
Die körpereigenen Nährstoffspeicher sind zu klein, um die Gehirnleistung für einen langen Wettkampf ohne Zwischenmahlzeit aufrechtzuerhalten. Auch bei optimaler Vorbereitung ist spätestens nach drei Stunden fast die gesamte Energie verbraucht. Das Gehirn, die Schaltzentrale unseres Organismus, benötigt aber, um die Koordination und Konzentration zu steuern, laufend Glucose als Nährstoff.
                   
Verständlich also warum Tennis- und Golfprofis, die bei stundenlangen Wettkämpfen nichts essen, oft anfangs besser spielen als am Ende. Was also und wann muss man essen, um gut über die ganze Wettkampfzeit  zu spielen? Bei den SAP-Open in Heidelberg konnte man sich etwas abgucken. Da war am ersten Abschlag ein Starthäuschen mit „PowerBar"-Energie-Riegeln auf einem Tisch, und die Pros und Caddies haben sich für unterwegs, um nicht schlapp zu machen, reichlich bedient.
               
Energie-Riegel wie
PowerBar, Fitness-aktiv oder Ovomaltine sind genau richtig beim Sport. Die Riegel schmecken gut, sind leicht verdaulich und kalorienreich und enthalten notwendiges Eiweiß, wichtige Mineralien, Vitamine und „sportgerechte" Kohlehydrate. Während viel Zucker (Glucose) durch Ausschüttung von Insulin schnell zu Unterzuckerung führt, ist dies bei einem Gemisch von Fructose, Maltose und Glucose nicht der Fall. Diese Kohlehydrate gelangen auch nur nach und nach ins Blut, da Ballaststoffe, Fett und Eiweiß in Sportriegeln die Aufnahme im Darm verzögern und dafür sorgen, dass dem Körper langfristig Energie zur Verfügung steht.
       
Nach den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Untersuchung des Instituts für Sporternährung in Bad Nauheim in Zusammenarbeit mit der Universität Nürnberg-Erlangen liefern auch „Milch-Schnitten" - von der Tennisspielerin Anke Huber bevorzugt genommen - schon innerhalb von zehn Minuten, Energie für Muskeln, Gehirn und Nerven und halten, als Zwischenmahlzeit, die mentale Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit über Stunden konstant, weil sie wie alle guten Sportriegel neben den sogenannten Brennstoffen, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente enthalten.

„Alles Quatsch!", meinte mein Golfspezi Norbert, als ich ihm Tipps zur richtigen Sporternährung geben wollte.
„Ich hab´ beim letzten Golfturnier grottenschlecht angefangen, dann, am neunten Loch, eine fette Bockwurst mit Senf verdrückt und drei Gin Tonic getrunken. Danach hab' ich Birdies und richtig gut gespielt."
         
Na klar! Für gutes Tennis oder Golf muss man auch locker sein und Vertrauen zum eigenen Spiel und auch etwas Glück haben, denn die richtige Ernährung vor und während eines Tennismatchs oder einer Golfrunde ist nur eine Sache und, fürwahr, eine wichtige --  aber oft eben eine spielentscheidende.   


                                                                           Dr. rer. nat. Eberhard Pino Mueller **


** Der Autor hat Pharmazie, Pharmakologie und Lebensmittelchemie studiert und in Chemie promoviert.

publiziert: August 2001  Süddeutsche Zeitung „golf spielen"
                       Tennisportal TAKEOFF-PRESS   --  Presse-Dienst-Süd  --  JOURNAL/EURO                     


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