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war, obwohl ich das nur in den Ferien machte, schon nach einem Jahr die Nummer 13 der Welt.

Hat sich schon da abgezeichnet, dass sie nach dem Abitur nicht studieren, sondern eine Tennislaufbahn einschlagen werden?

Also für mich war das nicht so klar, aber Dirk meinte, nach dem Abi solle ich es einfach mal probieren. Ja und dann, mit einem Vertrag als Spieler in der Bundesliga, hatte ich plötzlich auch Geld, um zu Turnieren reisen zu können.
Nach gut einem Jahr war ich dann schon fast unter den besten Hundert, und da bin ich dann dabei geblieben.   

Haben sie denn nicht Zeit verloren, weil sie zuerst noch das Abitur gemacht haben?
Ich glaube nicht. Ich war mit 16/17 noch nicht in der Lage, professionell Tennis zu spielen. Außerdem hatte ich eine sehr schöne Zeit auf der Schule mit vielen Freunden und wer weiß, für was das Abitur nach meiner Karriere noch gut ist. 

Was hat Sie denn an Tennis besonders gereizt?
Ich hab´ früher auch gern Fußball und Basketball gespielt. So mit 14 habe ich mich dann ganz für Tennis entschieden, weil man immer allein auf dem Platz gegen einen Gegner spielt, und jedes Match für mich eine neue Herausforderung ist.

Was glauben sie, wie weit können sie es noch im Tennis bringen?
Mein erstes Ziel sind die Top 20. Ich hoffe, dass es aber noch weiter geht, aber dafür muss ich konstantere Leistungen bringen.

Was fehlt noch zu einem Topspieler?
Spielerisch fehlt gar nicht so viel. Ich muss nur bei den wichtigen Turnieren wie den Grand Slam- und Super-9-Turnieren weit kommen, dann bin ich nicht mehr weit davon entfernt.

Können sie sich vorstellen, auch mal ein Grand Slam-Turnier zu gewinnen?
Natürlich, warum nicht? Wenn ich mir das nicht zutrauen würde, bräuchte ich nicht mehr Tennis spielen.

Nicht schlecht. Wie sind sie denn, was für Eigenschaften hat der Tennisspieler Schüttler?

Bei allem, was ich mache, bin ich sehr ehrgeizig und auch recht zielstrebig und das nicht nur im Wettkampf.

Sie scheinen eher ein braver und ruhiger Typ zu sein. Stimmt das oder können sie auch ausflippen?

Ich bin oft lustig und habe viel Spaß, wenn ich mit anderen unterwegs bin, also ganz und gar nicht ruhig, und ich kann unter Freunden auch schon mal richtig ausflippen.

Ist Tennis für sie mehr Sport oder Geschäft?
Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Klar doch, wenn man Erfolg hat, also mit dem Hobby auch noch gut Geld verdient, ist das perfekt. Was Besseres kann einem doch nicht passieren.

Und was war ihr schönster Tag im Leben?
Es gab viele schöne Tage, aber ein besonderer Tag war schon der, als ich in Doha mein erstes Turnier gewonnen habe.

Ist in ihrem Tennisleben auch etwas zu kurz gekommen?
Es fällt mir da nichts ein. Ich würde alles nochmal genau so machen.

                                        Eberhard Pino Mueller

publiziert:  September 2002  DTZ  Deutsche Tennis Zeitung
Tennisportal  TAKEOFF-PRESS / Presse-Dienst-Süd  /JOURNAL/EURO     
                                                           


Rainer Schüttler ist keiner, der auf den Putz haut und eine Show abzieht, aber das will er auch nicht. „Rainer ist", so Schüttlers Coach und Mentor Dirk Hordorff, „ein toller, interessanter Typ, mit einem unheimlich guten Charakter, einer mit Witz und riesigem Potential im Tennis." Und weil Schüttler genau weiß, was er will, holt er ein Maximum aus sich herausholt.

Habe mein Hobby zum Beruf gemacht



Herr Schüttler, sie spielen gerade erfolgreicher denn je auf der Tour, sind sie mit ihrem Spiel ganz zufrieden und glücklich?
Total zufrieden und glücklich wäre übertrieben. Aber ja, es läuft gerade sehr gut, und jetzt hoffe ich, in diesem Jahr mit konstantem Spiel noch weiter nach vorn zu kommen.

Hat es sie überrascht, nachdem sie jahrelang die Top 100 nicht gepackt haben, auf Plätze zwischen 20 und 40 in der Weltrangliste vorzustoßen?
Irgendwann kam eben alles zusammen, ein bisschen Glück, das Selbstvertrauen, weil ich ein paar gute Leute schlagen konnte, und dann der Turniersieg ´99 in Doha. Da gab´s dann gleich einen Sprung runter auf 60. Ich konnte meine Form im Jahr darauf halten und danach noch einmal zulegen und mich in der Rangliste vorarbeiten.   

Sie mussten sich, anders als viele der verwöhnten deutschen Spieler, durchbeißen und ihren eigenen Weg gehen. Haben sie es deshalb weiter als die anderen gebracht?

Na ja, ich hab´ meinen Weg mit Dirk Hordorff gemacht. Dem hab´ ich sehr, sehr viel zu verdanken. Aber natürlich muss man auch sehr hart arbeiten und letztendlich auf dem Platz allein beweisen, wie gut man ist.

Was ist Dirk Hordorff für sie?

Er ist mein Trainer und Manager, aber auch ein sehr guter Freund, mit dem ich seit zehn Jahren dauernd zusammen bin, und dem ich vertrauen und alles anvertrauen kann.

Wer hat sie anfangs unterstützt?

Ich hatte ein paar kleine, lokale Sponsoren aus Frankfurt, und dann, nach dem Abitur, habe ich in der Bundesliga gespielt und mit dem Geld meine Turnierreisen finanziert. Auch der DTB hatte mich mal als Spieler im B-Kader gesponsert, aber das war schon nach einem Jahr vorbei. Mit Dirk habe ich eine Spieler-Trainer-Beziehung. Er hat mich finanziell nie unterstützt, und das war gut so.

Wer hatte neben Dirk Hordorff noch Einfluss auf ihre Karriere?

Es gab da natürlich noch einige. Als ich anfing, Tennis zu spielen, war es zunächst mein Vater, der viel mit mir gespielt und mir den Spaß an Tennis vermittelt hat, dann die Trainer Ermann und Rausch in meinem Korbacher Tennisklub und, ganz klar, auch Manfred Jungnitsch, der hessische Verbandstrainer in Kassel.

Wie gut waren sie in jungen Jahren?
So mit 14 hab´ ich schon ganz erfolgreich bei den Hessenmeisterschaften mitgespielt. Und später, ein Jahr vor dem Abi, nahm ich an Jugendweltranglistenturnieren teil und


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