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Rainer Schüttler ist keiner, der auf den Putz haut und eine Show abzieht, aber das will er auch nicht. „Rainer ist", so Schüttlers Coach und Mentor Dirk Hordorff, „ein toller, interessanter Typ, mit einem unheimlich guten Charakter, einer mit Witz und riesigem Potential im Tennis." Und weil Schüttler genau weiß, was er will, holt er ein Maximum aus sich herausholt.
Habe mein Hobby zum Beruf gemacht
Herr Schüttler, sie spielen gerade erfolgreicher denn je auf der Tour, sind sie mit ihrem Spiel ganz zufrieden und glücklich? Total zufrieden und glücklich wäre übertrieben. Aber ja, es läuft gerade sehr gut, und jetzt hoffe ich, in diesem Jahr mit konstantem Spiel noch weiter nach vorn zu kommen.
Hat es sie überrascht, nachdem sie jahrelang die Top 100 nicht gepackt haben, auf Plätze zwischen 20 und 40 in der Weltrangliste vorzustoßen? Irgendwann kam eben alles zusammen, ein bisschen Glück, das Selbstvertrauen, weil ich ein paar gute Leute schlagen konnte, und dann der Turniersieg ´99 in Doha. Da gab´s dann gleich einen Sprung runter auf 60. Ich konnte meine Form im Jahr darauf halten und danach noch einmal zulegen und mich in der Rangliste vorarbeiten.
Sie mussten sich, anders als viele der verwöhnten deutschen Spieler, durchbeißen und ihren eigenen Weg gehen. Haben sie es deshalb weiter als die anderen gebracht? Na ja, ich hab´ meinen Weg mit Dirk Hordorff gemacht. Dem hab´ ich sehr, sehr viel zu verdanken. Aber natürlich muss man auch sehr hart arbeiten und letztendlich auf dem Platz allein beweisen, wie gut man ist.
Was ist Dirk Hordorff für sie? Er ist mein Trainer und Manager, aber auch ein sehr guter Freund, mit dem ich seit zehn Jahren dauernd zusammen bin, und dem ich vertrauen und alles anvertrauen kann.
Wer hat sie anfangs unterstützt? Ich hatte ein paar kleine, lokale Sponsoren aus Frankfurt, und dann, nach dem Abitur, habe ich in der Bundesliga gespielt und mit dem Geld meine Turnierreisen finanziert. Auch der DTB hatte mich mal als Spieler im B-Kader gesponsert, aber das war schon nach einem Jahr vorbei. Mit Dirk habe ich eine Spieler-Trainer-Beziehung. Er hat mich finanziell nie unterstützt, und das war gut so.
Wer hatte neben Dirk Hordorff noch Einfluss auf ihre Karriere? Es gab da natürlich noch einige. Als ich anfing, Tennis zu spielen, war es zunächst mein Vater, der viel mit mir gespielt und mir den Spaß an Tennis vermittelt hat, dann die Trainer Ermann und Rausch in meinem Korbacher Tennisklub und, ganz klar, auch Manfred Jungnitsch, der hessische Verbandstrainer in Kassel.
Wie gut waren sie in jungen Jahren? So mit 14 hab´ ich schon ganz erfolgreich bei den Hessenmeisterschaften mitgespielt. Und später, ein Jahr vor dem Abi, nahm ich an Jugendweltranglistenturnieren teil und
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