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Gedanken-Spiele

Horst Klosterkemper, ATP-Direktor Europa…


über das Hamburger Master Series Turnier:

Die Tennisturniere in Hamburg wurden über mehr als siebzig Jahre im August gespielt, wohin die Zuschauer in der Ferienzeit im Hochsommer von überallher geströmt kamen. Ein Turnier muss für die Spieler und Zuschauer gemacht werden. Sie müssen es mögen und sich wohl fühlen, dann ist es erfolgreich. Das Master Series Herrenturnier in Hamburg hat eindeutig den falschen Termin. Es ist doch meistens zu kalt und zu nass. Im Sommer, nach Wimbledon, gibt es eine Reihe schöner Sandplatz-Turniere in Europa. Zu Gstaad, Bastad, Stuttgart und Kitzbühel würde Hamburg, mit oder ohne Masters Series-Status gut passen.

über die Wünsche der Spieler:

Die Amerikaner wollen nicht alle Masters Series-Turniere auf Sand vor Paris und nicht mehr nach Wimbledon auf Sand in Europa spielen, sondern sich auf Hartplätzen in Amerika für die US Open vorbereiten. Andere Spieler sagen, wir spielen auf Sand weiter und gehen erst wenige Wochen vor den US Open nach Amerika. Die Interessen der Spieler gehen immer auseinander.

über Fernsehübertragungen:

Die nicht vorhersehbare Spieldauer ist ein Problem im Tennis. Tennis ist in der heutigen Form nicht attraktiv für die Fernsehzuschauer und deshalb auch nicht für das Fernsehen. Das hat dazu geführt, dass wir für Übertragungen im Tennis oft bezahlen müssen. Andere Sportarten waren flexibler und haben sich angepasst. So werden in der Formel 1 die Rundenzahlen bei Bedarf reduziert, damit das ganze Rennen übertragen werden kann. Oder beim Segeln werden Wind, Strömung und Wetter vorberechnet und dann die Strecke so festgelegt, dass die Rennen über eine vorbestimmte Zeit gehen.

über Veränderungen im Tennis:

Als vor Jahren der Tie-Break eingeführt werden sollte, waren alle Spieler dagegen. Der Australier Roy Emerson sagte zuerst, „nur über meine Leiche." Grundlegende Änderungen im Sport müssen meistens gegen Widerstände gemacht werden. Die Doppel mit einem langen Tie-Break anstelle eines dritten Satzes kommen inzwischen gut an und dauern nicht länger als 90 Minuten. Der Erfolg gibt Änderungen recht. Man will Reformen, doch wenn es darauf ankommt, heißt es schnell, ändert etwas, aber nicht bei mir.

                             
aufgezeichnet von Eberhard Pino Mueller

publiziert:  Juni 2007  DTZ - Deutsche Tennis Zeitung
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