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Roger Federer:

Was denkt die Nummer eins der Welt beim Tennis und was macht er vor und im Match. 


Federer über….

…mein Tennis:  Früher sind bei mir die Schläger geflogen. Nicht beim ersten verschlagenen Ball - kann ja passieren. Doch beim zweiten, da war ich schon sauer und beim dritten musste ich etwas gewaltsam machen. Ich begann dann, mich nicht mehr aufzuregen. Doch ich war plötzlich zu ruhig, was ja auch ein Problem ist und musste wieder mehr aus mir herausgehen… Mein Spiel brauchte Zeit, weil ich mental und physisch stärker werden musste… Mit dem Sieg in  Wimbledon kam mein Durchbruch. Der große Druck war plötzlich weg…. Auf dem Platz denke ich in Englisch und Schwyzer-Duetsch…. Für mich ist die einhändige Rückhand besser als die beidhändige, weil ich mich freier fühle, und der Slice leichter geht…

…meine Turniervorbereitung:  Ich versuche meinen Rhythmus zu finden und konzentriere mich auf das, was gut funktioniert hat. Das versuche ich wieder zu machen, also nichts Verrücktes und keine Experimente… Wichtig ist es, die äußeren Bedingungen - Plätze, Wind, Regen, Hitze, Luftfeuchtigkeit, Bälle - zu studieren und sich darauf einzustellen… Gewöhnlich bin ich  2 bis 3 Stunden vor dem Match auf der Anlage, um genug Zeit zum Essen, Tapen, Aufwärmen und Einschlagen zu haben und um über das Match nachzudenken. Für mich ist das eine Routine, die ich mag.

…meine Wettkämpfe:  Ich gebe da 100 Prozent und will unbedingt gewinnen. Darauf konzentriere ich mich. Mehr kann ich nicht tun. War der andere besser, dann ist das okay… Ich habe ein gutes Gefühl auf dem Platz, weil ich sehr viel Selbstvertrauen, auch viel Sicherheit habe und genau weiß, was ich machen muss… Es beunruhigt mich nicht, wenn ich gegen Topspieler komme. Im Gegenteil, ich mag Herausforderungen… Ich will gut drauf sein, ob ich gewinne oder verliere. Und wenn ich mal verliere, macht mir das nicht mehr so viel aus, das Leben geht doch weiter.

…einen eigenen Coach: Ich brauche nicht dauernd einen Coach, der mir sagt, was ich tun soll. Wenn ich einen brauche, dann nur, um mir zu helfen, mein Spiel zu verbessern und nicht, um meine Schläger zum Bespannen zu bringen oder mein Training und meine Flüge zu organisieren. Zuvor, mit einem Coach, war ich auf und neben dem Platz immer unter Kontrolle… Für mich war sehr wichtig, zu lernen, selbstständig zu handeln und mein Tennis selbst in die Hand zu nehmen. Das hat mich unabhängiger gemacht, und vielleicht spiele ich jetzt auch deshalb so gut… Tony Roche, mein Teilzeitcoach, ist ein angenehmer Typ, der das Spiel perfekt kennt. Mit mir trainiert er viel am Netz und wie man sich bewegt.

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ufgezeichnet von Eberhard Pino Mueller

publiziert:  November 2005  DTZ -  Deutsche Tennis Zeitung
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