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Tomislav Majdandzic

Der Vater von Marc betreibt eine eigene Tennisschule im TC Bad Oeynhausen und kümmert sich um die Plätze des Klubs. Im Interview gab er einige Einblicke ins Familienleben und sprach über seinen Sohn Marc, der beim Longines Future Tennis Aces Turnier in Paris für Deutschland gespielt hat.

„Ohne die Agentur ginge es nicht mehr so weiter."


über seine Flucht nach Deutschland:   Ich ging wegen des Konflikts zwischen Kroaten und Serben 1991 mit 3000 Mark, die ich von meinem Vater bekommen habe, weg. Wir hatten ausgemacht, dass wir uns am Telefon sagen, wenn ich nicht zurück kommen werde: „Brauchst du neue Bälle? - Ganz neue? - Ja." Ich bin dann im Oeynhausener TC gelandet, wo ich in der zweiten Mannschaft spielte, obwohl ich mit 17 Jahren schon die Nummer 14 bei den Herren in meinem Land war. Sie hatten schon einen Ausländer und damals durfte in der Mannschaft nur einer spielen.

über die Ratschläge, die er seinem Sohn als Trainer und Coach gibt:   Du musst zuhören, sonst wird das nichts. - Spiel' dein Spiel, mach' Druck und lass' den Gegner laufen, dann wirst du nicht verlieren. - Wo willst du hin und was machst du dafür? Ein Satz von Patrik Kühnen. - 20 Prozent sind Talent, 80 Prozent Arbeit. Aus dem Buch von Nadal, meine Bibel. - Steh' auf die Grundlinie und mach' das Spiel schnell. Das hat Ivan Lendl einem Andy Murray und Boris Becker auch Novak Djokovic beigebracht. - Lass' dir ein bisschen mehr Zeit, wenn's im Match nicht so gut läuft. - Der Weg ist das Ziel, und Sport eine Schule für das Leben - Wenn du mit Druck nicht umgehen kannst und Tennis nicht Spaß macht, höre lieber auf, denn Tennis ist brutal.   

…. über Marc und die Schule:    Marc geht auf's Gymnasium und ist ein sehr guter Schüler mit einem Notendurchschnitt von 1,5. Seine Lieblingsfächer sind Englisch, Sport, Französisch und Biologie. Unterwegs bekommen wir den zu lernenden Stoff von einer Mitschülerin über meine Frau, die die Aufgaben an uns ins Hotel mailt. Er lernt dann da und macht die Hausaufgaben. Die Bücher haben wir immer dabei. Die Klassenarbeiten schreibt er nach, wenn wir zurück sind.

















….
über Marcs Tennisidole, Hobbys und seinen kleineren Bruder Oliver:    Marc schwärmt für Stan Wawrinka wegen der Hammerschläge, für Gael Monfils wegen der Zauberschläge und für Goran Ivanisevic, weil er so ein Spaßvogel ist. Marc spielte auch Fußball und kriegt seit ein paar Jahren Gitarrenunterricht. Ich halte Oli, Marcs drei Jahre jüngeren Bruder, für ein noch größeres Talent und muss mich jetzt auch um ihn intensiv kümmern und will deshalb für Marc einen eigenen Trainer holen.

…. über Marcs Manager, Geld und Sponsoren:   Laurence Frankopan, der Chef der Londoner Marketingfirma StarWingsSport, kümmert sich um Marc. Goran Ivanisevic, der wie Wawrinka, Monfils, Coric, Mladenovic von Frankopan gemanagt wird, hat Marc spielen gesehen und ihn Frankopan, dessen Vater Kroate ist, empfohlen. Frankopan hat Marc, bevor wir einen Vertrag machten, beobachtet. Nicht wie er Tennis spielt, sondern wie er die Schläger und Tennistasche hinstellt, wie er trinkt, die Hände abtrocknet, herumläuft oder die Linien des Platzes sauber macht. Das war ihm wichtig. Das ganze Packet muss stimmen, denn er sucht sich genau aus, wen er nimmt. Marc hat jetzt Nike und Yonex als Sponsoren und kriegt auch Geld für Auslagen bei Turnieren, das ich bisher in meiner Tennisschule verdienen musste. Ohne die Agentur ginge es nicht mehr so weiter.

   
aufgezeichnet von Eberhard Pino Mueller 


publiziert:   Juli 2017   
               
DTZ-Deutsche Tennis Zeitung
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siehe auf der Homepage unter Tennisturniere:
           „Longines Future Tennis Aces"

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