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Jaan-Frederik Brunken - auf dem Weg zu einer Tenniskarriere
„Tennis ist meine Leidenschaft, dafür tu ich alles."
Es ist heiß. Sehr heiß und schwül. Über dreißig Grad im Schatten. Eigentlich ideales Wetter für Teenager, sich hier, an den Stränden Melbournes, zu vergnügen, mit dem Surfbrett über's Wasser zu gleiten, sich im Wasser zu tummeln oder mit ein paar kühlen Drinks in der Sonne zu aalen.
Nicht für Jaan, Ralph, Linda und Mara. Sie sind nicht zum Vergnügen, sondern zum Tennis spielen hier. Und während gerade Jaan auf einem der Show-Courts im Melbourne Park bei den Australian Junior Open schwitzt, fiebern die drei anderen mit ihrem Coach „Pfanni" in der Hitze auf der Tribüne mit.
Peter Pfannkoch, der DTB-Bundestrainer, ist mit den Nachwuchstalenten Jaan-Frederik Brunken, Ralph Regus, Linda Berlinecke und Mara Nowak in Australien auf Tennis-Tour. Das Grand Slam-Turnier in Melbourne ist nach den Jugendturnieren in Traralgan und Nottinghill der Höhepunkt zum Abschluss der Reise.
Für Jaan, der in Traralgan ins Endspiel kam, geht es hier nach zwei gewonnenen Runden um einen Platz im Viertelfinale. Und er hängt sich rein, schuftet unermüdlich, holt im entscheidenden Satz einen Rückstand auf und diktiert mit seinen aggressiven Grundschlägen das Spiel. Immer wieder ruft Pfannkoch: „auf Jaan - komm!", um seinen Schüler anzufeuern. Nach mehr als zwei Stunden fehlen dem Rechtshänder nur noch zwei Punkte zum Sieg. Pfannkoch, die Mütze zum Schutz gegen die brennende Sonne tief ins Gesicht gezogen, rutscht aufgeregt auf seinem Sitzplatz hin und her. Noch zwei Punkte und Jaan könnte seinen australischen Gegner zum Baden an den Strand schicken. Aber nein, der junge Aussi zeigt keine Nerven und gleicht aus.
Es geht weiter. Bis 8 : 6 im dritten Satz. Doch am Ende hat es für Jaan nicht ganz gereicht. Dennoch, Pfannkoch ist mit seinem Schützling zufrieden. „Es hätte auch Jaan's Ding sein können", sagt er, „er hat gut gekämpft und alles versucht." Mit „Ding" meinte Pfannkoch nur dieses Match, denn er konnte nicht ahnen, dass Jaan die Chancen auf ein viel größeres Ding nur hauchdünn gerade verpasst hatte.
Die Reise nach Australien hat Jaan und den anderen jungen Talenten aus Deutschland neue Einsichten gebracht. „Auf diesen internationalen Jugendturnieren", so Pfannkoch, „sieht man, mit welcher Disziplin und wie hart und zielstrebig gearbeitet wird. Wir müssen mit unseren Jugendlichen raus, um ihnen zu zeigen, was da gemacht wird und wo die Messlatte liegt."
Die kleine Reisetruppe staunte natürlich auch darüber, was bei so einem Grand Slam-Turnier wirklich abgeht. „Ein Turnier wie hier die Australien Open", sagt Jaan Brunken, „zeigt einem, wofür man arbeitet und lebt." Er hat alle in Deutschland möglichen Stufen vom Vereins-, Bezirks-, Landes- und Verbandstraining mitgemacht. Dabei, so der inzwischen etwa 1,90 Meter große Kerl, „wollte mich der Kreistrainer anfangs, weil ich zu schwach sei, gar nicht haben."
Und jetzt lebt der Nachwuchsprofi den Traum von einer Tenniskarriere, die für berühmte Namen auf solchen Jugendturnieren begannen - für Andy Roddick etwa, Marcos Baghdatis oder Nicolas Kiefer, die die Australian Junior Open früher mal gewonnen haben.
Erfolge auf der Juniorentour sind oft der Grundstein für eine spätere Profi-Karriere. Jaan Brunken weiß aber auch - nicht für alle, auch die beiden deutsche Australian Open Junioren-Champions Daniel Elsner und Dirk Dier gehören leider dazu. Er hat, damit er es weiter bringt, sein ganzes Leben auf Tennis ausgerichtet. „Tennis ist meine Leidenschaft", sagt er, „
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