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Roger Federer, ein toller Kämpfer, genialer Techniker, wahrer Künstler und ein richtig netter Typ

Von einem anderen Planeten


Er musste Blockflöte spielen, eine Stunde am Tag, und dann auch noch Klavier. Dabei hatte Roger Federer als kleiner Knirps viel mehr Bock auf Tennis. „Mit vier Jahren", sagt Federer, „habe ich angefangen, mich für Tennis zu interessieren. Meine Eltern spielten beide. Das machte mir den Anfang leichter."

Nicht leicht aber war, als Rog, wie ihn seine Kumpel nannten, mit 14 von zu Hause in ein Tenniszentrum zog. „Zwei Stunden weg von Basel", erzählt Federer schmunzelnd, „das ist weit, jedenfalls in der Schweiz. Ich hatte Heimweh. Es war hart, aber eine interessante Zeit, in einer Gastfamilie und Schule mit anderer Sprache."

Dem jugendlichen Talent, mit dem vermeintlich angeborenen Gefühl für Bewegung und federleichten Tennis, hatte der Schweizer Ex-Tennisprofi und TV Kommentator Heinz Günthardt  schon vor fünf Jahren prophezeit: „the sky is the limit", erst der Himmel sei die Grenze.

Es ist aber auch einem Federer nicht alles nur zugefallen. Er musste hart und konsequent für sein Tennis arbeiten. So war Federer als Jungprofi körperlich zu schwach. Man hatte deshalb ein in der Schweiz einmaliges, wissenschaftlich speziell auf Federer ausgerichtetes Fitnessprogramm entwickelt und mit ihm erfolgreich durchgezogen. „Ich habe", so Federer, „meine körperliche Form enorm verbessert und dadurch wurden meine Bewegungen besser, schneller und weicher." 

Neben Tennis hat Federer viel Basketball und Fußball gespielt, und wenn er Zeit hatte, auch Hockey mit seinen Freunden im National Center in Biel. Er spielt auch Golf oder guckt sich als Eishockeyfan die Spiele seiner Lieblingsmannschaft aus Bern an. Und, typisch Federer, am liebsten im Fanblock auf der Tribüne und nicht aus einer VIP Loge. 

Roger Federer ist aber nicht nur als Sportler, sondern auch als Mensch eine Ausnahme. „Es ist nett", so der Schweizer, „wichtig zu sein, es ist aber wichtiger, zu den Mitmenschen nett zu sein." Welcher Star sagt so etwas? - und ist auch so: nett zu den Kollegen, den Fans, dem Turnierpersonal, seinen Helfern und der Presse.

Besondere Sympathien hat Federer für Deutschland. Boris Becker war früher sein Idol, und Hamburg ist ein Lieblingsturnier. „Die Tennisfans", sagt Federer, „haben mich auch wegen meinem Schwyzer-Duetsch in Deutschland gern." Ein anderes Mal flachst der gebürtige Basler: „Ich kann doch nichts dafür, dass ich ein paar Kilometer jenseits der deutschen Grenze auf die Welt gekommen bin."

Federer gelang bei seinem ersten Titelgewinn in Hamburg auch ein besonderer Karriereschritt. „Ich machte eine Weile herum", erinnert sich Federer, „bis ich unter die Top 10 kam und fragte mich, was fehlt dir dazu. Mir wurde nach dem Sieg in Hamburg, wodurch ich auf Platz acht rutschte, klar, nur gut zu spielen, mal hier, mal da in einem Turnier weit zu kommen, ist es nicht. Du musst die ganz großen Titel holen."

Und er holte Grand Slam-Titel. Inzwischen sind es sechs, schon so viele wie seine Idole, ein Boris Becker oder Edberg, in der ganzen Karriere. Sein letzter Triumph, die US Open 2005, gelang nach einmaligen 34 Hartplatzsiegen in Serie. Für Nikolas Kiefer ist Federer „ von einem anderen Planeten." Dabei tut sich der Schweizer gegen „Kiwi" meistens schwerer als gegen den Rest der Welt. Auch wieder auf dem Weg zu seinem Sieg in New York. „Er riskiert viel", hatte Federer den Deutschen denn auch gelobt, „er spielt sehr aggressiv und gibt mir keinen Rhythmus. Man findet keinen Plan gegen ihn. Ihm fehlt nur etwas Konstanz im Spiel."

Und die hat Roger Federer wie kein anderer. Mehr noch, er ist ein toller Kämpfer, ein genialer Techniker - ein Künstler. Einer, über den der seit 20 Jahren auf der Tour spielende Andre Agassi nach dem Endspiel der US Open sagte: „Er ist der Beste, gegen den ich jemals gespielt habe." 
                                                                              Eberhard Pino Mueller

publiziert:  November 2005  DTZ -  Deutsche Tennis Zeitung
                                             Tennisbibliothek  TAKEOFF-PRESS
                                         Presse-Dienst-Süd  --  JOURNAL/EURO

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